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US-Wahl:Gestörte Verhältnisse - Trump zwischen russischen Hackern und der CIA

Lobby der CIA in Langley, Virginia

In der Lobby der Central Intelligence Agency (CIA) in Langley, Virginia.

(Foto: AFP)

Die CIA geht von russischen Wahl-Manipulationen aus, legt aber keine Beweise vor. Was hält Trump davon und was bedeutet das für seinen designierten Außenminister?

Worum geht es?

Hacker sollen im Auftrag von Russland gezielt die US-Wahl zugunsten von Donald Trump beeinflusst haben - diese Nachricht sorgt in Amerika seit Freitag für helle Aufregung. New York Times und Washington Post haben den Fall ins Rollen gebracht. Sie berufen sich auf eine "geheime Einschätzung" der CIA. Darin werden Hacker, die während des Wahlkampfs illegal E-Mails abgegriffen haben, offenbar in Verbindung mit der russischen Regierung gebracht.

Es geht hauptsächlich um E-Mails der Demokratischen Partei. Sie wurden der Enthüllungsplattform Wikileaks zugespielt und dort veröffentlicht. Der Inhalt der geleakten Nachrichten ist brisant. Sie zeigen unter anderem, wie Bernie Sanders, Hillary Clintons Rivale im Vorwahlkampf, systematisch von demokratischen Funktionären benachteiligt wurde. Auch John Podesta, Clintons Wahlkampfmanager, wurde zum Ziel einer Cyber-Attacke. 5000 E-Mails aus seinem Postfach fielen Wikileaks auf diese Weise in die Hände. Sie gewährten einen Monat vor der Wahl intime Einblicke in Clintons Wahlkampfstrategie. Podesta beschuldigte Russland schon damals, hinter dem "kriminellen Hacking" zu stehen.

Auch das Republican National Committee soll ausspioniert worden sein. Dieses Material wurde jedoch nicht veröffentlich. Für die CIA ist dies, nach allem was man bis jetzt weiß, ein Beleg, dass es die Hacker nur auf Hillary Clinton abgesehen hatten.

Was ist dran an den Vorwürfen?

Es ist schwer zu sagen, wie wasserdicht die Beweise der CIA sind. Das Material, auf das die US-Zeitungen sich beziehen, ist als geheim eingestuft. Die Republikanische Partei selbst gibt an, sie sei nicht Opfer eines Cyberangriffs geworden.

Die US-Medien berichten jedoch, in den Unterlagen sei die Rede von einem "Berg an Indizien". Vorsichtiger ist hingegen die US-Bundespolizei FBI, wo ebenfalls seit längerem Ermittlungen wegen ausländischer Hackerangriffe laufen. Die New York Times zitiert einen FBI-Mitarbeiter, der von mehreren Zielen spricht, die russische Hacker womöglich verfolgt haben könnten. Neben der Rufschädigung von Hillary Clinton sei es auch darum gegangen, das Vertrauen in die Demokratie zu zerstören. Das Büro des Director of National Intelligence (ODNI), von wo aus die Arbeit der US-Geheimdienste koordiniert wird, stellt der Zeitung zufolge die CIA-Analyse zwar nicht infrage. Dass es das Ziel der russischen Hackerangriffe gewesen sei, Trump zu unterstützen, möchte man dort jedoch nicht bestätigen.