US-Vorwahlkampf:Wie es weitergeht und worauf Donald Trump und seine Fans hoffen

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April: Problem Pennsylvania

Kommenden Dienstag stimmen die Wähler in den Ostküstenstaaten Maryland, Rhode Island, Delaware, Connecticut und Pennsylvania ab und vergeben 172 Delegierte. In allen Staaten liegt der 69-Jährige vorn und dürfte seinen Vorsprung weiter ausbauen. Problematisch ist nur Pennsylvania - nicht etwa, weil seine Botschaft "Ich sage, was ich denke und bin gegen das Establishment" hier nicht ankommen würde.

Pennsylvania hat vielmehr eine besondere Art, die Delegierten zu vergeben. Der Sieger erhält nur 17 der 71 Vertreter, während die übrigen 54 Delegierten nicht an das Votum gebunden sind. Hier dürfte sich zeigen, ob Trumps neue Berater effizient arbeiten, während ihr Chef vor den Kameras weiter über die "korrupte Kandidatenkür" schimpft.

Mai: Alle Augen auf Indiana

Im kommenden Monat werden 199 der 2472 Delegierten vergeben. West Virginia (10. Mai) hat ein ähnlich undurchschaubares Vergabesystem wie Pennsylvania, Kasich und Cruz dürften viele Delegierte einsammeln. Der Texaner wird wahrscheinlich im konservativen Nebraska gut abschneiden; in Washington und Oregon entscheiden Wahlversammlungen. Fazit: Trump wird hier keinen entscheidenden Vorsprung erreichen.

Umso wichtiger die Vorwahl am 3. Mai in Indiana: Hier sammelt der Gesamtsieger 30 Delegierte und kann in neun Wahlbezirken bis zu 27 weitere Unterstützer einsammeln. Nate Cohn, der smarte Statistiker von The Upshot, hält Indiana gar für die wichtigste aller Vorwahlen für Donald Trump.

Juni: Entscheidung in Kalifornien

Am 7. Juni ist Indiana längst vergessen: In den letzten fünf primaries vergeben die Wähler in Kalifornien und vier anderen Staaten 303 Delegierte. In New Jersey, South Dakota und Montana hat Trump gute Siegchancen - und bekäme wegen des "Winner-takes-it-all"-Prinzips alle Vertreter. Wenn der Milliardär in New Mexico verliert, dann muss er in Kalifornien (172 delegates) gut abschneiden, um es über die 1237-Delegierten-Hürde zu schaffen. Hier entscheidet jeder der 53 Wahlbezirke. Kalifornien wird zur Prüfung, ob Trumps Wahlkampforganisation wirklich professioneller geworden ist.

Donald Trump hat noch immer eine realistische Chance, beim Parteitag Mitte Juli in Cleveland im ersten Wahlgang gewählt zu werden. Dafür braucht er Glück und Disziplin. Glück hatte er in den vergangenen zehn Monaten häufiger; dass er die nötige Disziplin - und Gelassenheit - länger als ein paar Tage aufbringt, muss Trump noch beweisen.

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