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US-Vorwahl der Republikaner:Ted Cruz macht den Weg für Trump frei

Donald Trump (links) und Ted Cruz (rechts).

(Foto: Bloomberg)
  • Donald Trump gewinnt die Vorwahlen der Republikaner in Indiana klar.
  • Ted Cruz steigt aus dem US-Präsidentschaftsrennen aus - damit hat Trump auf der Parteiversammlung der Republikaner nichts mehr zu befürchten.
  • Bei den Demokraten siegt Bernie Sanders, kann allerdings nur wenige Delegierte im Rennen gegen Hillary Clinton aufholen.

Die Nominierung von Donald Trump als Präsidentschaftskandidat der Republikaner ist quasi beschlossene Sache. Nachdem der Immobilien-Milliardär in der Nacht auch die Vorwahlen in Indiana gewonnen hat, kündigte sein Verfolger Ted Cruz überraschend seinen Rückzug an. "Es sieht so aus, als wäre mein Weg zu Ende", erklärte Cruz seinen Anhängern. "Wir haben in Indiana alles gegeben, aber die Wähler haben einen anderen Pfad gewählt."

Cruz hatte sich große Hoffnungen gemacht, im "klassisch konservativen" Indiana zu gewinnen und so das Rennen halbwegs offen zu halten. Mit Carly Fiorina hatte er zudem seine Vize-Kandidatin vorgestellt, um wieder positive Schlagzeilen zu produzieren. Beide Hoffnungen erfüllten sich nicht.

Mit John Kasich ist nun noch ein einziger Herausforderer im Rennen, der allerdings völlig chancenlos ist. Parteichef Reince Priebus erklärte bereits, dass sich die Partei hinter Trump vereinigen werde. Damit wird es unabhängig vom weiteren Verlauf der Vorwahlen keinen Versuch geben, Trump auf der Parteiversammlung im Juli die Nominierung noch zu entreißen.

Indiana: Trumps deutlicher Sieg

57 Delegierte waren in Indiana zu vergeben, mindestens 51 davon kann Donald Trump für sich verbuchen. Der Immobilien-Unternehmer erhielt 53 Prozent der Stimmen, als Kandidat mit der Mehrheit erhält er bereits 30 Delegierte. Ted Cruz kam auf 36 Prozent, noch ist unklar, ob er damit überhaupt Stimmbezirke gewinnen konnte. John Kasich, der nach Absprache mit dem Cruz-Team keinen Wahlkampf gemacht hatte, erhielt sieben Prozent.

Der Wahltag galt als Rückschlag für Cruz, der sich vor allem unter den Evangelikalen Unterstützung erhofft hatte. Dennoch kam der Rückzug überraschend.

Das ist der Stand bei den Republikanern

Mindestens 1237 Delegierte sind nötig, um beim Parteitag gekürt zu werden. Derzeit hat Trump 1053 davon erreicht. Vor Cruz' Ausstieg galt Indiana als Gradmesser, wie viele der 172 Delegierten der 69-jährige Trump in Kalifornien gewinnen muss, wo er in Umfragen deutlich führt.

Demokraten: Sanders gewinnt

Auch die Demokraten wählten in Indiana, hier gewann Bernie Sanders. Er erreichte 52,5 Prozent der Stimmen. Die unangefochtene Spitzenreiterin Clinton hatte nur wenige Wahlkampfauftritte in Indiana absolviert, während Sanders dort sehr aktiv war.

Der Senator aus Vermont benötigte den Erfolg, um die Fortsetzung seiner Kandidatur besser zu rechtfertigen; für Clinton war Indiana ein Test, wie sie bei weißen Wählern aus der Arbeiterschicht abschneidet, von denen sie bislang wenig Unterstützung erhielt. Dass auch Nicht-Parteimitglieder abstimmen konnten, dürfte dem 74-jährigen Sanders genutzt haben.

Das ist der Stand bei den Demokraten

Clinton führt inzwischen mit 300 Delegierten Vorsprung, weil die 92 Delegierten aus Indiana anteilig nach Prozentzahl vergeben werden, holt Sanders nur um sieben Gesandte auf. Um die ehemalige Außenministerin einzuholen, müsste Sanders in den verbleibenden Bundesstaaten zwei von drei Wählern davon überzeugen, für ihn zu zu stimmen. Sein Sieg ist also zu knapp, um hier nennenswert aufzuholen.

So geht es weiter

Im Mai wählen noch die weniger bevölkerungsreichen Staaten Kentucky, West Virginia (am 10.5.) und Oregon (17. Mai). Die allerletzten primaries werden am 7. Juni abgehalten - und zwar in Kalifornien, Montana, New Jersey, New Mexico und South Dakota. Vom 18. bis zum 21. Juli kommen dann die Republikaner zu ihrer Parteiversammlung in Cleveland zusammen; kurze Zeit später treffen sich die Demokraten in Philadelphia (25. bis 28. Juli).

© SZ.de/joku/ghe

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