US-Politik Steckt ein höherer Plan hinter Trumps Attacken?

Corker ist keineswegs der erste Republikaner, der Trumps Twitter-Wut zu spüren bekommt. Zu seinen Opfern gehörte etwa der Senator John McCain, dessen Gegenstimme letztlich den Ausschlag gab, dass Obamacare weiter in Kraft ist. Oder der Mehrheitsführer der Republikaner im Senat, Mitch McConnell. Ihn machte Trump persönlich für die Obamacare-Pleite verantwortlich.

Manche fragen sich, ob Trump einen höheren Plan verfolgt, wenn er sich mit genau denen anlegt, die er für politische Erfolge braucht. Es scheint fast so, als wolle er unbedingt verhindern, dass irgendetwas zustande kommt, nur um dann "die Politiker in Washington" dafür verantwortlich zu machen, dass nichts vorangeht. Wenn Trump daran interessiert ist, das politische System der USA zu Fall zu bringen, dann ist er auf dem richtigen Weg.

Die Theorie passt zu den Untergangs-Phantasien, die Steve Bannon entwickelt hat. Erst muss das System in sich zusammenbrechen, bevor aus den Trümmern etwas Neues aufgebaut wird. Bannon, der zu seinem ultrarechten Medium Breitbart zurückgekehrt ist, arbeitet konsequent an der Umsetzung seines Plans. Er hat schon Listen mit republikanischen Senatoren erstellt, die nicht voll auf Trumps Linie sind. Gegen die will er zu den Kongresswahlen 2018 stramm rechte Gegenkandidaten installieren, die im Kongress alles und jeden blockieren würden.

Bob Corker glaubt nicht an solche Pläne. Er hält Trump schlicht für unfähig. Dabei war Corker nicht immer ein Gegner des ehemaligen Reality-TV-Stars. Im Wahlkampf war er früh auf Trumps Seite und wurde sowohl als möglicher Vizepräsident sowie als potenzieller Außenminister gehandelt. Je länger aber Trump im Amt ist, desto mehr wachsen in Corker die Zweifel.

Donald Trump Es kriselt

USA

Es kriselt

Haben sich US-Präsident Trump und sein Außenminister Rex Tillerson überworfen? US-Medien spekulieren schon über einen "Rexit".   Von Sacha Batthyany