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Rüstung:Putin: Militär soll Gegenmaßnahmen wegen US-Raketentest vorbereiten

US-Militär testet Marschflugkörper

Das US-Verteidigungsministerium hat nach dem Ende des INF-Vertrags einen konventionellen landgestützten Marschflugkörper auf San Nicolas Island vor der südkalifornischen Küste getestet.

(Foto: dpa)
  • Vor wenigen Tagen haben die USA einen Marschflugkörper mit einer Reichweite von mehr als 500 Kilometer getestet.
  • Der bilaterale INF-Vertrag zwischen Russland und den USA hatte solche Waffen bis vor Kurzem geächtet - nun ist er allerdings ausgelaufen.
  • Präsident Putin weist das russische Militär an, Gegenmaßnahmen vorzubereiten.

Russland verschärft seine Kritik an dem ersten US-Raketentest seit dem Ausstieg aus dem Atomabrüstungsvertrag INF. Der Test zeige, dass die wahre Absicht der USA eine Stationierung verbotener Waffen in verschiedenen Teilen der Welt sei, erklärte Präsident Wladimir Putin.

Die von den USA ins Spiel gebrachte Verlegung neuer Raketen in die Asien-Pazifik-Region betreffe zudem wegen der geografischen Nähe russische Kerninteressen. Er habe deswegen das Militär angewiesen, die Bedrohungslage durch neue US-Raketen zu analysieren und entsprechende Gegenmaßnahmen vorzubereiten. Russland werde sich aber nicht in ein "kostspieliges, zerstörerisches Wettrüsten" hereinziehen lassen.

Das US-Verteidigungsministerium hatte am Montag mitgeteilt, dass erstmals nach dem Ende des INF-Abrüstungsvertrags wieder ein konventioneller landgestützter Marschflugkörper mit einer Reichweite von mehr als 500 Kilometer getestet worden sei. Russland und China hatten daraufhin scharfe Kritik geübt und eine Dringlichkeitssitzung des Sicherheitsrates beantragt.

USA werfen Russland vor, sein "Arsenal an Atomwaffen" zu verbreitern

Der amtierende US-Botschafter bei den Vereinten Nationen, Jonathan Cohen, warf Russland vor, selbst den Bruch des INF-Vertrages herbeigeführt zu haben. Russlands neu entwickelte Waffentypen seien eine Bedrohung, das Land "modernisiere und verbreitere sein Arsenal an Atomwaffen". In einer Welt nach dem INF-Vertrag müssten die USA ihre Interessen vertreten.

Washington hatte den INF-Vertrag Anfang Februar mit Rückendeckung der Nato-Partner zum 2. August gekündigt, weil sie davon ausgehen, dass Russland ihn seit Jahren mit seinem Mittelstreckensystem namens SSC-8 (auch 9M729) verletzt. Dieses soll in der Lage sein, Marschflugkörper abzufeuern, die sich mit Atomsprengköpfen bestücken lassen und mehr als 2000 Kilometer weit fliegen können. Moskau weist dies zurück, beide Seiten geben einander gegenseitig die Schuld an der Eskalation. Sowohl Russland als auch die Vereinigten Staaten betonten vor den Vereinten Nationen die Bereitschaft zu Gesprächen zur gegenseitigen Waffenkontrolle.

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