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Syrien-Konferenz:Maas sagt mehr als 1,7 Milliarden Euro zu

EU foreign affairs ministers' meeting at the European Council in Brussels

Bundesaußenminister Heiko Maas übt scharfe Kritik an Syriens Machthaber Assad.

(Foto: POOL/REUTERS)

Das Geld wird für die humanitäre Versorgung syrischer Geflüchteter gebraucht. Der Außenminister übt scharfe Kritik an Machthaber Assad.

Bundesaußenminister Heiko Maas hat den Leidtragenden des Syrienkriegs Hilfen in Höhe von 1,738 Milliarden Euro zugesagt. Das bestätigte Maas bei einer Rede während der virtuellen Syrien-Konferenz der EU und der Vereinten Nationen, die am Montag und Dienstag stattfindet. Es sei unbedingt erforderlich, die grenzüberschreitenden Zugänge zum Nordwesten Syriens offen zu halten, um die dort lebenden Menschen weiterhin unterstützen zu können, so Maas. Außerdem müssten benachbarte Staaten unterstützt werden, die syrische Geflüchtete aufnehmen.

Bei der Summe handelt es sich Maas zufolge um die größte Zusage Deutschlands in den vergangenen vier Jahren. Mit dem Geld sollen unter anderem Lebensmittel, Wasser, Medikamente und andere Güter finanziert werden. Sie sollen über Hilfsorganisationen direkt in das Bürgerkriegsland fließen oder Ländern in der Region zugutekommen, die viele Geflüchtete aus Syrien aufgenommen haben.

Maas äußerte in seiner Rede deutliche Kritik an Syriens Machthaber Baschar al-Assad. Dessen Geheimpolizei verhafte und foltere Kinder. Maas zufolge musste in den vergangenen zehn Jahren die Hälfte der syrischen Bevölkerung fliehen, 90 Prozent lebten in Armut. "Auf dieser Situation kann man keine Zukunft aufbauen", so Maas laut Redemanuskript. "Assad und seine internationalen Unterstützer müssen das endlich begreifen."

Die EU hat weitere 560 Millionen Euro an Hilfen zugesagt. Insgesamt sind 24 Millionen Kinder, Frauen und Männer auf Unterstützung angewiesen, sagte UN-Nothilfekoordinator Mark Lowcock am Montag in New York. Im laufenden Jahr benötigen die Vereinten Nationen und ihre Partner Lowcock zufolge mehr als 8,5 Milliarden Euro für die Versorgung der Menschen innerhalb und außerhalb Syriens.

© SZ/dpa/edp/dwue/jsa
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