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Umweltschutz:US-Regierung streicht Programm zur Überwachung von Treibhausgasen

Colstrip

Das sogenannte Carbon Monitoring System (CMS) hatte den klimaschädlichen Emissionen von Kohlendioxid und Methangas nachgespürt.

(Foto: picture alliance / AP Images)
  • Das "Carbon Monitoring System" hatte die US-Regierung zehn Millionen US-Dollar im Jahr gekostet.
  • Das Magazin Science wertete die Entscheidung als weiteren Angriff gegen die Klimawissenschaft.
  • Experten befürchten, dass durch das Auslaufen des Programms die Überwachung der Klimaziele aus dem Pariser Klimaschutzabkommen in Gefahr sein könnte.

Das Weiße Haus hat ein Programm der Nasa zur Überwachung von Treibhausgasen und Klimaerwärmung gestrichen. Wissenschaftler hatten vor diesem Schritt gewarnt. Die US-Raumfahrtbehörde bestätigte am Donnerstag einen entsprechenden Bericht des Wissenschaftsmagazins Science. Das sogenannte Carbon Monitoring System (CMS) mit Kosten in Höhe von zehn Millionen Dollar (8,36 Millionen Euro) im Jahr hatte den klimaschädlichen Emissionen von Kohlendioxid und Methangas nachgespürt und deren Gehalt in der Atmosphäre überwacht. Es erstellte zudem hochauflösende Modelle der Kohlendioxidströme.

Science zufolge gab US-Präsident Donald Trump dem Programm stillschweigend den Todesstoß. Die Entscheidung sei die bislang letzte in einer Reihe von Angriffen gegen die Klimawissenschaft. Die Nasa habe als Grund für die Streichung des Programms lediglich Spargründe und "dringendere Prioritäten innerhalb des Wissenschaftsbudgets" genannt.

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Die Zeitschrift zitierte Nasa-Sprecher Steve Cole, demzufolge im jüngst verabschiedeten Haushalt an keiner Stelle von CMS die Rede sei. Auf Nachfrage der Nachrichtenagentur AFP sagte Cole, Trump habe die Streichung im vergangenen Jahr vorgeschlagen - zur Disposition hätten außerdem vier weitere Wissenschaftsmissionen der Nasa gestanden. Für diese vier Missionen habe sich der Kongress nach langen Beratungen aber eingesetzt und sie in das Budget hineingeschrieben.

"Schwerer Fehler"

Trump hatte im vergangenen Juni angekündigt, aus dem 2015 in Paris geschlossenen internationalen Klimaschutzabkommen aussteigen zu wollen. Zur Begründung sagte er, der Vertrag benachteilige die Vereinigten Staaten und koste Jobs. Ein formeller Ausstieg ist allerdings frühestens Ende 2020 möglich.

Kelly Sims Gallagher, Leiterin des Zentrums für Internationale Umwelt- und Ressourcenpolitik an der Tufts-Universität bei Boston, kritisierte die Beendigung von CMS als "schweren Fehler". Trump schwäche die US-Klimawissenschaft und verhindere verlässliche Angaben über Veränderungen von Treibhausgasausstößen. Eine Überwachung der Klimaziele aus dem Pariser Klimaschutzabkommen sei in Gefahr.

Nasa-Sprecher Cole kündigte allerdings per E-Mail an, dass die Nasa trotz Auslaufen des CMS-Programms die Treibhauseffekte kontrollieren könne. Ein neues Programm zu diesem Zweck namens Gedi werde später in diesem Jahr auf der Internationalen Raumfahrtstation (ISS) gestartet.

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