Ex-Trump-Wahlkampfmanager Manafort zu weiteren 43 Monaten Haft verurteilt

Paul Manafort bei einer Anhörung vor Gericht in Alexandria am 7. März.

(Foto: AP)
  • Der Lobbyist und Politikberater Paul Manafort stand wegen versuchter Zeugenbeeinflussung und Verschwörung gegen die USA vor Gericht.
  • Die Vorwürfe haben nichts mit seiner Tätigkeit für Trump zu tun. Es geht um seine Arbeit für russlandfreundliche Politiker in der Ukraine.
  • Manafort hatte angekündigt, mit den Ermittlern zu kooperieren, sie dann aber offenbar belogen.

Wegen Verschwörung gegen die USA und für Versuche, Zeugen zu beeinflussen, muss Paul Manafort für mehrere Jahre ins Gefängnis. Eine Bundesrichterin in Washington verurteilte den ehemaligen Wahlkampfchef von US-Präsident Donald Trump zu 43 weiteren Monaten Haft. Der 69-Jährige hatte seine Schuld eingeräumt und vor der Urteilsverkündung um Entschuldigung für seine Taten gebeten.

Hinweise auf seine Vergehen waren bei den Russland-Untersuchungen von Sonderermittler Robert Mueller ans Licht gekommen. Der ehemalige FBI-Direktor geht dem Verdacht nach, dass Donald Trumps Wahlkampfteam Verbindungen nach Russland hatte. Manafort hatte angekündigt, mit Mueller kooperieren zu wollen. Nach Überzeugung des Gerichts belog der Lobbyist die Ermittler dann allerdings und verstieß damit gegen eine Vereinbarung zur Strafminderung.

Manafort wurde bereits in der vergangenen Woche von einem Gericht in Alexandria zu einer Haftstrafe von knapp vier Jahren wegen Steuer- und Bankbetrugs verurteilt. Die oppositionellen Demokraten und auch viele Rechtsexperten kritisierten dieses Strafmaß als zu milde. Insgesamt muss Manafort nun siebeneinhalb Jahre ins Gefängnis.

Beide Urteile beziehen sich auf Manaforts Lobbyarbeit für russlandfreundliche Politiker in der Ukraine, nicht auf seine Tätigkeit für Trump.

Möglicherweise wird Manafort seine Haftstrafe nicht komplett absitzen müssen. Er sitzt bereits seit neun Monaten in Untersuchungshaft. Die Zeit wird angerechnet werden. Außerdem kann er bei guter Führung auf einen Strafnachlass von 15 Prozent hoffen. Im für Manafort besten Fall wird er im Herbst 2024 nach etwa fünfeinhalb Jahren entlassen.

Noch schneller ginge es, wenn der US-Präsident ihn begnadigt. Trump hatte die Mueller-Ermittlungen wiederholt als "Hexenjagd" bezeichnet. Ein Sprecherin des Weißen Hauses hatte eine Begnadigung am Montag nicht vollends ausgeschlossen.

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