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USA:Trump soll australischen Premier zur Unterstützung aufgefordert haben

Donald Trump, Scott Morrison

Donald Trump und der australische Premier Scott Morrison bei einem Besuch in Ohio Ende September.

(Foto: AP)
  • Der US-Präsident soll den australischen Premier telefonisch um Hilfe bei Ermittlungen in der Russland-Affäre gebeten haben.
  • Der New York Times zufolge ging es offenbar darum, Informationen zu sammeln, die den Mueller-Bericht diskreditieren sollten.
  • Die Demokraten nehmen derweil Trumps Anwalt ins Visier.

US-Präsident Donald Trump soll den australischen Premierminister Scott Morrison Anfang September während eines Telefonats aufgefordert haben, ihn bei Ermittlungen zu unterstützen. Dabei ging es Trump wohl darum, Informationen zu sammeln, die den Mueller-Bericht zu den Russland-Ermittlungen diskreditieren sollten. Das berichtete die New York Times unter Berufung auf zwei Personen, die den Inhalt des Telefonats mitbekommen haben sollen. Der US-Präsident habe Morrison gebeten, in der Sache mit Justizminister William Barr zusammenzuarbeiten. Trump und Barr bemühten sich den Berichten zufolge darum, die Ergebnisse der Mueller-Untersuchung zur russischen Einmischung in den Wahlkampf 2016 in Zweifel zu ziehen.

Bei den Ermittlungen ging es offenbar um den Ursprung der Russland-Ermittlungen. Denn dass die US-Bundespolizei FBI einst überhaupt mit Ermittlungen zu möglichen Verbindungen zwischen Russland und Trumps Wahlkampagne 2016 begann, hat auch mit Australien zu tun: Es hatte damals einen entsprechenden Tipp der australischen Regierung gegeben.

Ein Sprecher der Regierung in Canberra bestätigte das Telefonat zwischen Trump und Morrison. Man sei immer bereit gewesen, "bei den Bemühungen zu helfen, die dazu beitragen, die untersuchten Angelegenheiten näher zu beleuchten", hieß es. Morrison habe diese Bereitschaft im Gespräch mit dem US-Präsidenten einmal mehr bekräftigt.

Das Weiße Haus hatte auch bei diesem Telefonat den Zugang zu den Mitschriften des Anrufes eingeschränkt. Ähnlich wie im Falle von Trumps Telefonat mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodimir Selenskij. Der Inhalt dieses Gesprächs hatte bekanntlich dazu geführt, dass derzeit ein Impeachment-Verfahren gegen Trump von den Demokraten geprüft wird.

Medienberichten zufolge soll zudem US-Außenminister Mike Pompeo aus erster Hand von dem umstrittenen Telefonat zwischen Präsident Trump und Selenskij gewusst haben. Der Chefdiplomat habe mitgehört, als Trump Selenskij in dem Gespräch vom 25. Juli zu Ermittlungen zum demokratischen Ex-Vizepräsidenten Joe Biden und dessen Sohn Hunter gedrängt habe, teilten zwei Regierungsvertreter mit, die anonym bleiben wollten. Das Außenministerium wollte sich dazu nicht äußern.

Die US-Demokraten nehmen derweil den persönlichen Anwalt von Donald Trump ins Visier. Rudy Giuliani sei vorgeladen worden, teilten die drei Ausschüsse für Geheimdienste, Auswärtige Angelegenheiten und Aufsicht am Montag mit.

Trump hat in dem im Zentrum der Affäre stehenden Telefonat mit dem ukrainischen Präsidenten Selenskij angekündigt, Giuliani werde sich an ihn wenden. Die oppositionellen Demokraten werfen Trump vor, belastendes Material gegen Joe Biden zu suchen.

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