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Sachsen:SPD-Landeschef Dulig mit Sturmgewehr-Attrappe bedroht

Landesparteitag der SPD Sachsen

Per Post bedroht: SPD-Landesvorsitzender Martin Dulig

(Foto: dpa)
  • Wenige Wochen nach der Ermordung des Kasseler Regierungspräsidenten Lübcke ist bekannt geworden, dass Sachsens SPD-Chef Dulig massiv bedroht wurde.
  • Dulig war bereits im Mai ein Paket mit dem Nachbau eines Sturmgewehrs an seine Privatadresse geschickt worden.
  • Sachsens Ministerpräsident Kretschmer verurteilte dies als "Riesensauerei".

Sachsens SPD-Chef Martin Dulig ist massiv bedroht worden. An seine Privatadresse sei von Unbekannten ein Paket mit einem Soft-Air-Nachbau eines Sturmgewehrs geschickt worden, berichtete der 45-Jährige. Das sei ein neuer, inakzeptabler Höhepunkt der Bedrohungen, Beleidigungen und Beschimpfungen, denen er sich seit 2015 zunehmend ausgesetzt sehe. Zuvor hatte das Redaktionsnetzwerk RND darüber berichtet.

Das Paket mit dem täuschend echt aussehenden Nachbau des Sturmgewehrs G36 der Firma Heckler & Koch war Mitte Mai bei Dulig eingegangen. Die Polizei ermittelt Dulig zufolge noch. Der SPD-Politiker, der auch Wirtschaftsminister in Sachsen ist, sagte, er werde sich nicht entmutigen lassen.

Kretschmer: "Das darf es nicht geben"

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) hat die Bedrohung von Dulig als "Riesensauerei" scharf kritisiert. "Dem treten wir entgegen, das darf es nicht geben", sagte Kretschmer auf dem CDU-Landesparteitag in Chemnitz und erinnerte an den Fall des Anfang Juni mutmaßlich von einem Rechtsextremen getöteten Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke: "Wir haben gerade einen Fall in Kassel erlebt."

Kretschmer rief dazu auf, gemeinsam gegen solche Tendenzen vorzugehen. Die freiheitlich demokratische Grundordnung und ein weltoffenes Sachsen müssten aus der Gesellschaft heraus verteidigt werden. "Dafür brauchen wir jeden."

© SZ.de/dpa/sebi/plin
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