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IS-Terrormiliz:Tschetschenen genießen hohes Ansehen beim IS

Was den IS angeht, so genießen die Tschetschenen in den Reihen des Kalifats hohes Ansehen. Geschult in zwei Untergrundkriegen gegen die russische Armee, kämpfen sie in ihrer Heimat derzeit einen aussichtslosen Kampf gegen Moskau und seinen Statthalter, Tschetschenen-Präsident Ramsan Kadyrow. Das von den Rebellen ausgerufene Emirat Kaukasus erstreckt sich auf die russisch beherrschten, muslimisch bewohnten Gebiete im Nordkaukasus. Doch viele kaukasische Dschihadisten weichen zurzeit auf das syrisch-irakische Schlachtfeld aus, wohl auch wegen des harten Vorgehens der Sicherheitskräfte und örtlichen Milizen, die Kadyrow unterstehen.

Die Propaganda-Videos der Kaukasus-Dschihadisten im Internet zeigen hellhäutige Militante, die auf Arabisch radebrechend über den Islam und den Heiligen Krieg sprechen, dazwischen Wortfetzen in schlechtem Russisch. Das Militärische geht den tschetschenischen Kämpfern weit besser von der Hand als die Fremdsprachen. Einer der wichtigsten Kommandeure beim IS ist Omar al-Schischani alias Omar der Tschetschene. Der berüchtigte IS-Befehlshaber soll eigentlich Tarchan Batiraschwili heißen und aus dem Pankisi-Tal stammen, einer tschetschenischen Enklave im christlichen Kaukasus-Staat Georgien.

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Eine amerikanisch-russische Allianz ist nicht in Sicht

Angeblich ist der Sohn eines christlichen Vaters und einer muslimischen Mutter gar kein echter Tschetschene, sondern Georgier. Der frühere Unteroffizier der georgischen Armee hat 2013 gegenüber dem selbsternannten IS-Kalifen Ibrahim die Baya geleistet, den islamischen Treueeid. Seine Truppe gilt als IS-Eliteeinheit, die so furchtlos kämpft wie gnadenlos, kurzen Prozess macht mit gefangenen Soldaten der syrischen oder irakischen Armee oder Kämpfern anderer Islamisten-Milizen.

Was für Russland besonders bedrohlich ist: Der Widerstand der kaukasischen Muslime gegen Moskau war ursprünglich national motiviert. Beim Ausbruch des ersten Tschetschenienkriegs hatten ehemalige Sowjetoffiziere wie die ersten Tschetschenen-Präsidenten Dschochar Dudajew oder Aslan Maschadow das Sagen.

Diese kaukasischen Nationalisten, die an die Jahrhunderte alte Tradition kaukasischen Widerstands gegen Moskau anknüpften, wurden gegen Ende des ersten Kaukasus-Kriegs und vor allem im zweiten Krieg von beinharten Islamisten arabischer Schule abgelöst, die wohl Verbindung zu al-Qaida hatten. Die nächste Generation von Kämpfern findet sich heute in den Reihen des Islamischen Staats. Diejenigen unter diesen kaukasischen Kämpfern, die den Krieg im Irak und in Syrien überleben, werden radikalisiert in den Kaukasus zurückkehren und wieder gegen die Russen kämpfen.

Angesichts dieser Gefahr müsste Moskau eigentlich ein Interesse daran haben, die USA in deren Kampf gegen den IS zu unterstützen. Russland betont zwar, die Bedrohung durch den internationalen Terror sei eine gemeinsame Angelegenheit. Doch es wirft Washington vor, in Syrien einen Regimewechsel herbeibomben zu wollen und die Ausbreitung des Terrors erst ermöglicht zu haben.

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Am Montag hat Russland, das bisher seine Hand schützend über das Assad-Regime gehalten hat, vorgeschlagen, den IS mit einer internationalen Koalition zu bekämpfen. Mit der syrischen Armee, den irakischen Streitkräften, den Kurden. Assad und seine Armee würden dadurch eingebunden und aufgewertet. US-Außenminister John Kerry sagte wiederum, erst die Brutalität des Assad-Regimes habe den IS gefördert. Eine amerikanisch-russische Allianz ist also nicht in Sicht.