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Romney-Vize bei Republikaner-Parteitag:Zwölf Millionen Jobs in vier Jahren

Ryan, ein passionierter Jäger und Abtreibungsgegner, nutzt Janesville als Beleg für seine Bodenständigkeit. Er lebe noch heute im gleichen Stadtviertel, in dem er aufwuchs und besuche die gleiche Kirche. Im Gegensatz zu seiner Mutter, die mit Enkeln und Schwiegertochter dem Parteitag beiwohnt, könne ihn sein Vater heute nicht sehen, erzählt der Katholik: Dieser starb an einem Herzinfarkt, als Paul Ryan 16 Jahre alt war.

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Seine Mutter sei sein großes Vorbild, weil sie als Witwe ihr Leben umgekrempelt, nochmals studiert und dann ihr eigenes Unternehmen gegründet habe, berichtet Ryan und wischt sich eine Träne aus dem Auge. Von solchen Momenten träumen die Politstrategen und gekonnt leitet der 42-Jährige zum bisherigen Leitmotiv des Parteitages über: "She built it."

Der Spruch "We built it" ist - in abgewandelter Form - in fast jeder Rede zu hören. Die Republikaner benutzen den Halbsatz aus einer Obama-Rede (Details hier bei factcheck.org), in welcher der Demokrat darauf hinwies, dass Unternehmen auch von staatlichen Leistungen wie Infrastruktur und dem Bildungssystem profitierten, als Beweis für Obamas Geringschätzung des Unternehmertums.

Ryan setzt darauf, dass die Regierung Romney durch ihre Kürzungen der Staatsausgaben (sie sollen nicht mehr als 20 Prozent des Bruttoinlandsprodukts betragen) die US-Wirtschaft wieder ankurbeln kann. "Wir wollen in den nächsten vier Jahren zwölf Millionen Jobs schaffen", verspricht Ryan. Die Botschaft an die Wähler: Nur ein Führungswechsel im Weißen Haus werde die Lage Amerikas besser machen. Aus dieser Position der Stärke, so Ryan, könnten die USA weiterhin die "mächtigste Kraft für Frieden und Freiheit" in der Welt bleiben.

Mangelnde Führungsstärke und Versagen in der Außenpolitik hatten Obama zuvor der frühere Präsidentschaftskandidat John McCain sowie Ex-Außenministerin Condoleezza Rice vorgeworfen. Rice mahnte, die USA dürften ihre militärische Überlegenheit nicht verlieren. "Frieden kommt durch Stärke." Jeder in der Welt frage sich derzeit, wo Amerika stehe. Die USA kämen den politischen Dissidenten in China ebenso wenig zu Hilfe wie den politischen Gefangenen in Iran.

Am Ende seiner Rede beschwört Ryan die Amerikaner, dass sie am 6. November zwischen zwei Alternativen zu wählen hätten. "Wir werden uns nicht wegducken, sondern führen! Wir werden Amerika auf den richtigen Weg zurückführen. Lasst uns das erledigen." Seinen Boss Mitt Romney lobt Ryan als Sanierer während seiner Zeit als Gouverneur von Massachusetts, Retter der Olympischen Spiele in Salt Lake City, und als erfolgreichen Unternehmer: "Für Erfolg muss man sich nicht schämen."

Auch wenn die beiden unterschiedlichen Generationen angehörten, seien sie in den wichtigen Fragen stets einer Meinung. Einen kleinen Seitenhieb kann sich Paul Ryan, der ausgerechnet die systemkritische Gruppe Rage against the machine als seine Lieblingsband bezeichnet (Reaktion des Gitarristen Tom Morello: "Paul Ryan is the embodiment of the machine our music rages against"), jedoch nicht verkneifen: "Auf Mitts iPod gibt es viele Songs, die ich auch in Hotel-Aufzügen höre."

Linktipp: Die Huffington Post hat den Wahrheitsgehalt vieler Aussagen von Paul Ryan in einem ausführlichen Text kritisch überprüft.