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Corona-Risikogebiete:Für fast 100 Länder fällt die Reisewarnung weg

Außenminister Heiko Maas hat entschieden, einen "nächsten Schritt" hin zur Normalität zu tun: Es werden etliche Reisewarnungen aufgehoben.

(Foto: Axel Schmidt/AFP)

Bundesregierung bewertet das Risiko für Gebiete mit einer Inzidenz unter 200 neu, mahnt aber weiter zu großer Vorsicht

Von Daniel Brössler, Berlin

Es ist eine Entscheidung, die Außenminister Heiko Maas (SPD) ausdrücklich nicht als vollständige Entwarnung verstanden wissen will, sondern nur als "nächsten Schritt" hin zur Normalität. Nach mehr als einem Jahr hebt die Bundesregierung zum 1. Juli die weltweit für alle Corona-Risikogebiete geltende Reisewarnung auf - zumindest für alle Gebiete mit einer Sieben-Tage-Inzidenz unter 200. Das betrifft fast hundert Länder. "Mit dem Sommer kehren Hoffnung und Zuversicht nach Deutschland zurück. Vielerorts sinken die Infektionszahlen, immer mehr Bürgerinnen und Bürger sind geimpft. Nach langen Monaten des Lockdowns dürfen wir uns auf mehr Normalität freuen, das gilt auch für das Reisen", sagte Maas.

Eine Rückholaktion für Urlauber soll es nicht mehr geben

"Bei aller berechtigten Zuversicht" bedeute der Wegfall einer Reisewarnung aber keine "Einladung zur Sorglosigkeit", warnte der Minister. Es gelte: "Reisen mit Vernunft und Augenmaß, das ist das Motto dieses Sommers." Die Gefahr durch das Virus und seine Mutanten sei noch lange nicht gebannt. Das zeige der Blick nach Asien oder Südamerika. Deshalb werde sein Ministerium auch in Zukunft vor Reisen warnen, "wo es Sinn macht". Das gelte für Hochinzidenz- und Virusvarianten-Gebiete. Klar sei: "Niemand kann sich im Sommer 2021 darauf berufen, im Urlaub von der Pandemie überrascht worden zu sein."

Von Reisen in Risikogebiete wird nur noch "abgeraten"

Bisher gilt eine Reisewarnung des Auswärtigen Amtes für "nicht notwendige, touristische Reisen" für alle Länder, die von der Bundesregierung als Risikogebiet eingestuft sind. Dies soll nun ab 1. Juli nur noch für als Hochinzidenz- oder Virusvarianten-Gebiet eingestufte Länder oder Regionen gelten. Von touristischen Reisen in "einfache" Risikogebiete mit einer Sieben-Tage-Inzidenz über 50 und unter 200 wird künftig nun nur noch "abgeraten". Bei Reisen in nicht als Risikogebiet eingestufte Länder und Regionen der EU sowie nach Island, Liechtenstein, Norwegen und in die Schweiz wird angesichts der fortdauernden Pandemie nur noch um "besondere Vorsicht" gebeten. Das betrifft zum Beispiel Italien, große Teile Spaniens und von Sonntag an auch ganz Österreich. Von Urlaubsreisen in "Drittstaaten" mit Einschränkungen wie Quarantänepflicht wird weiterhin abgeraten.

Das Auswärtige Amt unterscheidet zwischen Reisehinweisen und der verschärften Form von eindringlichen Reisewarnungen, die etwa auch Kriegsgebiete betreffen. Selbst solche Reisewarnungen stellten aber kein Reiseverbot dar, wie das Auswärtige Amt betont. Eine Reise bleibe immer in der eigenen Verantwortung des Reisenden. Die bis dahin beispiellose weltweite Reisewarnung sollte die Verbreitung des neuartigen Coronavirus bremsen, war aber auch unter dem Eindruck der Pandemiephase verhängt worden. Wegen international plötzlich verhängter Reisebeschränkungen waren im Frühjahr 2020 viele deutsche Urlauber in verschiedenen Teilen der Welt gestrandet. In einer aufwendigen Aktion musste das Auswärtige Amt eine Viertelmillion Deutsche zurückholen.

© SZ/henz
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