Referendum zur UnabhängigkeitSchottland, verlass uns nicht!

Die Schotten stimmen über ihre Unabhängigkeit ab und die Gegner der Abspaltung bekommen Muffensausen. Trotz J.K. Rowling fehlt es ihrer Kampagne an Charisma. Aber was ist die schon gegen Sean Connery im Schottenrock? Die Protagonisten im Überblick.

Von Hannah Beitzer

Referendum zur Unabhängigkeit – Queen Elizabeth II., britische Monarchin

Status: Muss sich raushalten

Haltung: Neutral, jedenfalls offiziell

Sie ist zwar das Staatsoberhaupt Großbritanniens, doch viel zu sagen hat Queen Elizabeth II. nicht zum Referendum in Schottland. Darf sie nämlich auch gar nicht. Da die britische Königin nur eine repräsentative Funktion hat, ist sie zur Neutralität verpflichtet. Gerüchten zufolge soll sie zwar not amused darüber sein, dass sich die widerspenstigen Schotten von Großbritannien lossagen könnten. Doch in der Öffentlichkeit schweigt sie. Auf das Referendum angesprochen, gab sie zuletzt allein diese knappen Worte von sich: "Ich hoffe, die Menschen werden gut über die Zukunft nachdenken." Was ja doch noch Raum für Interpretationen lässt. Britische Medien lassen sich ohnehin nicht daran hindern, sich mit Leidenschaft in das Innenleben der Königin einzufühlen. So malt sich der Guardian ein Gespräch zwischen der Queen und dem britischen Premier David Cameron aus: "Kate ist schwanger - und was tun Sie, um die Union zu retten, Premierminister?" Etwas dramatischer noch titelte der Daily Mirror über einem Bild der Queen: "Don't let me be the last queen of Scotland." Lasst mich nicht die letzte Königin von Schottland sein! Dabei muss es so weit gar nicht kommen. Das unabhängige Schottland soll nach dem Willen der Referendums-Befürworter eine parlamentarische Monarchie mit Elizabeth II. als Staatsoberhaupt werden, wie Kanada, Australien oder Neuseeland.

Bild: REUTERS 17. September 2014, 11:202014-09-17 11:20:36 © Süddeutsche.de/joba