Abstimmung über Unabhängigkeit Queen bricht ihr Schweigen zum schottischen Referendum

Mit Schottland verbunden: Queen Elizabeth Anfang September im schottischen Braemar

(Foto: dpa)

Was hält Königin Elisabeth II. von der möglichen schottischen Unabhängigkeit? Bislang verweigerte die Monarchin jede Stellungnahme zum Referendum. Nun hat sie sich geäußert - fast schon philosophisch.

  • Königin Elisabeth II. äußert sich erstmals öffentlich zum Unabhängigkeitsreferendum in Schottland.
  • Buckingham Palace sieht dadurch die Überparteilichkeit der Monarchin nicht beeinträchtigt.

Bislang schwieg sie eisern zu dem Thema. Doch wenige Tage vor der Abstimmung über eine Unabhängigkeit Schottlands hat sich Königin Elisabeth II. nun zum anstehenden Referendum in Schottland geäußert. "Ich hoffe, die Menschen werden gut über die Zukunft nachdenken", sagte sie am Sonntag beim Verlassen einer Kirche nahe ihrer schottischen Sommerresidenz Balmoral zu Umstehenden. Das berichtet die Zeitung The Times.

Zuvor hatte die Königin jegliche öffentliche Äußerung zu dem Referendum vermieden. Noch vor wenigen Tagen wies ein Sprecher des Buckingham Palace Forderungen von Labour- und Tory-Politikern zurück, die Queen solle Stellung beziehen. Die Überparteilichkeit sei ein bewährtes Prinzip, dem die Regentin stets gefolgt sei, sagte der Sprecher britischen Medien zufolge.

Die alles entscheidende Frage nach der eigenen Identität

Die Befürworter einer Abspaltung Schottlands betonen in ihrer Kampagne immer wieder, dass sie anders sein wollen als die Engländer. Dennoch ging es in den Diskussionen fast nie um die eigentliche Frage: die nach der nationalen Identität der Schotten. Ist es ihnen möglich, sich gleichermaßen schottisch und britisch zu fühlen? Oder brauchen sie einen eigenen Staat? Kommentar von Christian Zaschke mehr ... Kommentar

Auch jetzt betonte ein Mitarbeiter des Palastes, die Äußerung der Queen sei völlig unparteiisch und betone lediglich, das die Abstimmung einzig Sache der Schotten sei.

Es wird vermutet, dass die Queen auf einen Verbleib Schottlands im Vereinigten Königreich hofft. Die Monarchin soll jedoch auch im Falle einer Abspaltung Staatsoberhaupt von Schottland bleiben. Königin Elisabeth fühlt sich Schottland persönlich stark verbunden: Ihre Mutter war Schottin und sie verbrachte einen Großteil ihrer Kindheit dort. Zudem reist sie im Sommer noch immer am liebsten dorthin.

Die Umfragen vor der Abstimmung am Donnerstag zeigen ein Kopf-an-Kopf-Rennen der Befürworter und Gegner eines eigenständigen Schottlands.