Zum Tod von Rafi Eitan 2018 pries Eitan die Erfolge der AfD

Er ging in die Privatwirtschaft, machte Geschäfte mit Kuba, und wechselte später sogar in die Politik. Im Jahr 2006, im Alter von 79 Jahren, wurde Eitan ins israelische Parlament gewählt und übernahm den Vorsitz der Rentnerpartei, bevor er Seniorenminister in der Regierung von Ehud Olmert wurde. Als die Partei nach einer Legislaturperiode aus dem Parlament flog, widmete sich Eitan seiner Familie und seinen Skulpturen.

Erst im vergangenen Jahr wurde er erneut politisch aktiv - für die AfD. In einer Videobotschaft pries er die Erfolge der Partei und forderte, die "muslimische Masseneinwanderung" nach Europa zu stoppen.

Die Berichterstattung über den Tod Eitans wirft wieder einmal ein Schlaglicht auf Eichmann, mit dem jüngere Israelis nicht mehr viel anzufangen wüssten, wie der israelische Soziologe Natan Sznaider feststellt. Mit seinen Studenten liest er in seinen Vorlesungen Hannah Arendts Buch "Eichmann in Jerusalem", in dem ihre berühmte Einschätzung der "Banalität des Bösen" enthalten ist. "Das ist für viele die erste Begegnung mit Eichmann. Der Name sagt ihnen nicht besonders viel."

Politik Israel "Ich habe nie das Gefühl gehabt, Rache zu nehmen"

Zum Tod von Mossad-Agent Rafael Eitan

"Ich habe nie das Gefühl gehabt, Rache zu nehmen"

Rafael Eitan plante die Entführung Adolf Eichmanns, um ihn wegen des Massenmordes an den Juden in Israel vor Gericht zu stellen. 2011 sprach die SZ mit Eitan. Anlässlich seines Todes gibt es den Text hier noch einmal zu lesen.   Interview von Joachim Käppner

Eichmann wurde nach einem neunmonatigen Prozess zum Tode verurteilt. Nach ihrer Beschäftigung mit dem Fall fragten die Studenten laut Sznaider als Erstes: "Warum hat man ihn nicht gleich umgelegt? Warum hat man so viel Zeit und Mühe investiert, um ihn aus Argentinien zu schmuggeln und ihm hier den Prozess zu machen?"

Im letzten Jahr brachte der amerikanische Spielfilm "Operation Finale" Eichmanns Geschichte in Israel wieder einem breiteren Publikum nahe. Ben Kingsley stellte Eichmann dar, Nick Kroll Rafi Eitan. Er selbst bezeichnete den Film als "teilweise realistisch".