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Katholische Kirche:Papst befürwortet gleichgeschlechtliche Lebenspartnerschaften

Opening of the Extraordinary Family Synod

Papst Franziskus im Jahr 2014 auf dem Weg zur Familiensynode im Vatikan, in der es auch um die Haltung der katholischen Kirche zur Homosexualität ging.

(Foto: Claudio Peri/dpa)

Zum ersten Mal hat Franziskus als Kirchenoberhaupt homosexuellen Menschen das Recht zugesprochen, eine Familie zu gründen.

Erstmals hat sich Franziskus als Papst für gleichgeschlechtliche Lebenspartnerschaften ausgesprochen. "Homosexuelle Menschen haben das Recht darauf, in einer Familie zu sein. Sie sind Kinder Gottes", sagte er in einem Interview für den Dokumentarfilm "Francesco", der am Mittwoch beim Filmfestival in Rom Premiere feierte.

"Was wir brauchen, ist ein Gesetz zur eingetragenen Partnerschaft; dadurch sind sie rechtlich abgesichert."

Als Erzbischof von Buenos Aires hatte sich Franziskus bereits für gleichgeschlechtliche Lebenspartnerschaften als Alternative zu gleichgeschlechtlichen Ehen ausgesprochen. Als Papst hatte er sich bisher aber nicht dazu geäußert.

Der Regisseur von "Francesco", Jewgeni Afinejewski, konnte für die Doku auf das Fernseharchiv des Vatikans, Kardinäle und den Papst selbst zugreifen.

Argentinischer Mate-Tee für den Vorgänger

Mit Beharrlichkeit habe er sich seinen Weg nach ganz oben gebahnt, so Afinejewski. Über gut im Vatikan vernetzte Argentinier habe er dem Papst zum Beispiel argentinischen Mate-Tee und Alfajores-Kekse übermitteln können. Er nutzte für den Dokumentarfilm seit 2018 offizielle und inoffizielle Wege und kam letztlich so nah an den Papst heran, dass er Franziskus den Film im August auf seinem Tablet zeigen konnte.

Im Vatikan könne man nur etwas erreichen, wenn man die Regeln breche und sich danach entschuldige, sagte Afinejewski in einem Interview vor der Filmpremiere.

© SZ/dpa/pak/mane
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