Gedenktag zum Olympia-Attentat von 1972:Ihr hättet auf sie aufpassen müssen

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Gedenktag zum Olympia-Attentat von 1972: An der Gedenkstätte im Olympiapark soll nicht nur vom Tod der Opfer erzählt werden, sondern auch von ihrem Leben. Für jeden Toten wird ein persönlicher Gegenstand auf eine Leinwand projiziert. Bei Andrei Spitzer ist es der blutbespritzte Waldi, den seine Frau in seinem Zimmer fand.

An der Gedenkstätte im Olympiapark soll nicht nur vom Tod der Opfer erzählt werden, sondern auch von ihrem Leben. Für jeden Toten wird ein persönlicher Gegenstand auf eine Leinwand projiziert. Bei Andrei Spitzer ist es der blutbespritzte Waldi, den seine Frau in seinem Zimmer fand.

(Foto: Florian Peljak)

Fünfzig Jahre lang haben die Hinterbliebenen des Olympia-Attentats von 1972 mit Deutschland gerungen. Auf dem Rollfeld in Fürstenfeldbruck bittet die Bundesrepublik jetzt um das, was so lange nötig gewesen wäre: Vergebung.

Von Roman Deininger, Bernd Kastner und Uwe Ritzer

Es ist die letzte Rede dieses denkwürdigen Montags, und es wird die intensivste von allen sein. Ankie Spitzer kommt auf die Bühne, eine stolze Frau von 76 Jahren, die gerade gefühlt am Ende eines langen Weges angelangt ist. Ihre Vorredner haben, wie man das so macht bei einer Gedenkfeier, mit der Begrüßung der Würdenträger angefangen, die auf dem Rollfeld des Fliegerhorsts Fürstenfeldbruck in enormer Zahl anwesend sind. Ankie Spitzer beginnt: "Mein liebster Andrei."

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