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NRW:AfD-Landeschef will Flüchtlinge notfalls mit Schusswaffen abwehren

Sätze, die zünden: Nordrhein-Westfalens AfD-Landesvorsitzender Pretzell hält die gewaltsame Abwehr von Flüchtlingen für gerechtfertigt. Als "Ultima Ratio".

Im Fall eines gewaltsamen Grenzübertritts von Flüchtlingen hält der nordrhein-westfälische Landesvorsitzende, Marcus Pretzell, den Gebrauch von Schusswaffen als "Ultima Ratio" für gerechtfertigt. "Die Verteidigung der deutschen Grenze mit Waffengewalt als Ultima Ratio ist eine Selbstverständlichkeit", sagte der umstrittene Europaparlamentarier der rechtspopulistischen Alternative für Deutschland (AfD) der Deutschen Presse-Agentur.

Er glaube aber nicht, dass der Waffeneinsatz notwendig wäre, weil es eine "ganze Reihe von anderen Möglichkeiten" gäbe wie etwa Polizeipräsenz, Wasserwerfer oder Tränengas. Ähnlich habe er auch Zuhörern bei einer Parteiveranstaltung vor einigen Tagen geantwortet. Über den Auftritt hatte die Rheinische Post berichtet.

Slowenien und Österreich ließen Zehntausende Menschen "unregistriert ins Land hinein", sagte Pretzell. "Man kann das verhindern. Wenn man den ersten Schuss in die Luft abgibt, wird deutlich, dass wir entschlossen sind." Er glaube aber nicht, dass man anfangen müsse zu schießen - "die Menschen sind ja vernunftbegabt". Zugleich betonte Pretzell: "Kein vernünftiger Mensch soll daran denken, auf Flüchtlinge zu schießen, weil sie die Grenze übertreten. Ultima Ratio heißt, es gibt keine andere Möglichkeit, das zu stoppen."

Laut Bild ist Pretzell der neue Partner der AfD-Bundesvorsitzenden Frauke Petry, 40, die sich anfang des Monats von ihrem Ehemann getrennt hatte. Pretzell hat wie Petry vier Kinder und lebt von der Mutter seiner Kinder getrennt.

Hamburg stoppt AfD-Protestzug

Mehr als 500 AfD-Anhänger haben am Samstag in Hamburg gegen die Flüchtlingspolitik der Bundesregierung demonstriert. Nach Angaben der Polizei standen ihnen mehr als 1000 Gegendemonstranten gegenüber. Diese verhinderten, dass die AfD-Anhänger ihre angemeldete Route durch das Zentrum gehen konnten. Wasserwerfer der Polizei fuhren auf, kamen aber nicht zum Einsatz. Am Rande der Demonstration gab es einzelne Rangeleien und Eierwürfe. Verletzt wurde nach Angaben der Polizei aber niemand. Am Ende eskortierte die Polizei die AfD-Teilnehmer zu einer U-Bahnstation.

Bei der Auftaktkundgebung hatte die AfD-Bundesvorsitzende Frauke Petry den Rücktritt von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) gefordert. Die Bundesregierung müsse den Zuzug der Flüchtlinge begrenzen und die Asylgesetze einhalten. Teilnehmer riefen "Wir sind das Volk." Gegendemonstranten erwiderten: "Ihr seid das Problem." Der AfD-Zug stand unter dem Motto "Gegen das Politikversagen! Asylchaos stoppen!". Mehrere Gruppierungen wie die Linke, Gewerkschaften und Studentenvertretungen hatten zu Protesten gegen die AfD aufgerufen. "Gegen Rassismus und Ausgrenzung" hieß es auf ihrer Seite der Absperrung.

© dpa/lala/lala

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