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Nordkorea:Obama pocht auf Stopp des Atomprogramms

Schluss mit dem "provokativen Verhalten": Nach der Freilassung der Journalistinnen fordern US-Präsident Obama und UN-Generalsekretär Ban neue Atomgespräche mit Nordkorea.

Nach der Freilassung zweier US-Journalistinnen werden in der internationalen Gemeinschaft Forderungen nach neuen Atomgesprächen mit Nordkorea laut. US-Präsident Barack Obama verlangte den Stopp des Atomprogramms.

US-Präsident Barack Obama fordert neue Atomgespräche mit Nordkorea

(Foto: Foto: AP)

Für Nordkorea gebe es einen Weg, die Beziehungen zu den USA zu verbessern, sagte Obama am Mittwoch in einem Interview des Fernsehsenders MSNBC. "Dazu gehört, dass sie nicht länger Atomwaffen entwickeln, dass sie kein provozierendes Verhalten an den Tag legen."

Auch UN-Generalsekretär Ban Ki Moon forderte neue Gespräche mit Pjöngjang. Er begrüße die Freilassung der Reporterinnen und hoffe, dass ein solcher ermutigender Schritt zur Wiederaufnahme des Dialogs mit Nordkorea führen werde, sagte Ban in New York.

Das erfolgreiche Bemühen des früheren US-Präsidenten Bill Clinton um die Freilassung der beiden Frauen aus nordkoreanischer Haft sei eine humanitäre Mission gewesen, betonte Obama. "Präsident Clinton reiste im Namen der Familien." Die Journalistinnen waren im März bei Filmarbeiten am Grenzfluss zwischen China und Nordkorea festgenommen und wegen Grenzverletzung zu zwölf Jahren Arbeitslager verurteilt worden.

Die US-Regierung erklärte, dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Il sei keine Gegenleistung für die Freilassung der beiden Frauen in Aussicht gestellt worden. US-Außenministerin Hillary Clinton sagte in Nairobi, es gebe keine Verbindung zwischen den Bemühungen um eine Freilassung der Frauen und dem Thema Atomprogramm.

Politische Beobachter hatten spekuliert, das Treffen zwischen Bill Clinton und Kim könne den Auftakt für bilaterale Gespräche über Nordkoreas Atomprogramm bilden. Das kommunistische Land hat die Weltgemeinschaft in den vergangenen Monaten mit einem Atom- und mehreren Raketentests gegen sich aufgebracht und den Verhandlungen über sein Atomprogramm den Rücken gekehrt.

Zu den Details der Haft der beiden Frauen wurden bislang nicht viel bekannt. In einem Eintrag auf der Internet-Plattform Twitter schrieb Laura Ling: "Danke euch ALLEN." Sie sei "unglaublich müde, aber so glücklich wieder frei zu sein." Offenbar hatten die Journalistinnen einen Großteil der Zeit getrennt voneinander verbringen müssen. Die beiden hätten sich nur in den ersten Tagen nach ihrer Festnahme sehen können, sagte Lings Schwester Lisa dem US-Sender KTLA. Die restlichen viereinhalb Monate seien sie dann getrennt gewesen.

© sueddeutsche.de/Reuters/AFP/AP/aho/mati
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