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Nordkorea-Gipfel:Ein paar Erfolge und reihenweise Pleiten

Kürzlich hat die Trump Organization, in der ein Großteil der Geschäfte der Familie Trump gebündelt sind, ein Hotel verkauft. Das Plaza in New York. Preis: 600 Millionen Dollar. Allerdings hatte Trump das Hotel 1988 für 950 Millionen Dollar gekauft. 350 Millionen Dollar Verlust. So sehen viele Geschäfte von Trump aus. Er hat neben ein paar Erfolgen vor allem reihenweise Pleiten produziert. Und weil er sich ungern an Absprachen hält, gehört er zu den wohl meistverklagten Geschäftsleuten in New York. Außerdem kann er nicht dichthalten. Statt dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping seinen Vorschlag zum Erhalt des Technologiekonzerns ZTE am Telefon zu erläutern, hat er sie per Twitter seinen 52 Millionen Followern verkündet. Er hat sich damit selbst der nötigen Flexibilität in den Verhandlungen beraubt.

Trump ist ein Blender

Es gibt ein Tonband, auf dem Trump seine Stimme verstellt und sich einem Reporter des Forbes-Magazins Anfang der 80er Jahre am Telefon als John Barron vorstellt. Einziges Ziel des Anrufes: Trump habe es verdient, auf der Forbes-Liste der reichsten Menschen weiter oben zu stehen. Trump alias John Barron hat den Reporter - damals noch jung und unerfahren - mit Zahlen bombardiert, die ihn schließlich überzeugt haben. Das war alles großer Unsinn, wie der Reporter, Jonathan Greenberg, heute weiß: Trump besaß nur ein Bruchteil des Vermögens, mit dem ihm Forbes damals ausgewiesen habe - nur etwa fünf statt 100 Millionen Dollar. Eine andere Geschichte: Kurz vor seiner Amtsübernahme traf sich Trump mit Managern des Flugzeugherstellers Boeing, um die Kosten von zwei neuen Dienstflugzeugen vom Typ Boeing 747 zu drücken. Sie sollen als Air Force One eingesetzt werden. Die Kosten wurden auf etwas über vier Milliarden Dollar geschätzt. Trump brüstete sich nach dem Gespräch, einen Preisnachlass von einer Milliarde Dollar herausgehandelt zu haben. Kürzlich dann die endgültige Einigung. Boeing wird die Flugzeuge für nur noch 3,9 Milliarden Dollar bauen. Weil das dann doch keine Milliarde Dollar Ersparnis ist, wurde einfach der geschätzte Ursprungspreis von vier auf fünf Milliarden heraufgesetzt. Das ist nicht Verhandlungsgenie. Das ist Betrug am Publikum.

Trump geht es nicht um die Sache, es geht nur um ihn

Als Geschäftsmann ist das erstmal nicht weiter verwerflich. Als Präsident aber sollte es um mehr gehen. Nicht für Trump. Dass er aus dem Iran-Deal austeigen würde, habe ausschließlich innenpolitische Gründe, hat schon Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron nach seinem Staatsbesuch in Washington erkannt. Heißt: Trump waren seine Umfragewerte und sein Image wichtiger als das komplexe Gefüge des Iran-Abkommens.

Auf Trumps Wort ist kein Verlass

Zusagen nicht einzuhalten, gehört zu Trump Standardrepertoire. Die Liste der Geschäftspartner, die Trump übers Ohr gehauen hat, ist lang. Es gibt unzählige Berichte über nicht gezahlte Rechnungen und nicht erbrachte Leistungen. Er hat sogar eine eigene Universität gegründet (die nie als solche anerkannt wurde), auf der die Studenten gegen 35 000 Dollar Gebühr die Kunst des Geldverdienens lernen sollten. Wer sich dort einschrieb, hat allerdings das Geldverlieren gelernt. Die Uni war ein einziger Betrug. Dass er als Präsident kaum anders handelt und Verpflichtungen der USA einfach aufkündigt, dürfte den Preis in den kommenden Verhandlungen mit Nordkorea eher in die Höhe treiben.

Trump interessieren Fakten nicht

Die Washington Post zählt seit Amtsantritt seine Falschaussagen. Bis zum 1. Juni 2018 waren es 3251. Das sind im Schnitt 6,5 falsche und fehlerhafte Aussagen pro Tag. Für Trump gehört es zum täglichen Geschäft, die Öffentlichkeit und seine Gesprächspartner mit unwahren Behauptungen in die Irre zu führen. Wer das durchschaut, der könnte leichtes Spiel haben, ihn in Verhandlungen über den Tisch zu ziehen.

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