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Nordkorea:Trump bietet Kim Sicherheit, Glück und Reichtum an

US-Präsident Donald Trump und Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un - im Vorfeld des geplanten Gipfeltreffens 2018 gibt es Spannungen zwischen den USA und Nordkorea.

Donald Trump will nur das Beste für Kim Jong-un.

(Foto: REUTERS)
  • Donald Trump verspricht Kim Jong-un vor dem geplanten Treffen, dass dieser im Falle einer Kooperation an der Macht bleiben könne und sein Land wirtschaftlich profitiere.
  • Der US-Präsident droht zugleich, das Regime in Nordkorea zu entmachten, sollte es nicht zu einem Deal kommen.
  • Er stellt sich gegen seinen Sicherheitsberater John Bolton, der eine sofortige und bedingungslose Vernichtung aller Atomwaffen von Nordkorea forderte.

Mit dem Angebot weitreichender Garantien hat US-Präsident Donald Trump die nordkoreanische Führung zur weiteren Zusammenarbeit ermuntert. Der nordkoreanische Machthaber Kim Jong-un könne mit "sehr starken Absicherungen" für seinen Machterhalt rechnen, wenn er sich auf das für Juni anvisierte Gipfeltreffen einlasse und eine Vereinbarung mit den USA abschließe, sagte Trump in Washington.

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"Er wird in seinem Land sein und sein Land regieren. Sein Land wäre dann sehr reich", sagte Trump über Kim. Mit seinen Äußerungen reagierte der US-Präsident auf die Drohung Nordkoreas, das für 12. Juni geplante Spitzentreffen abzusagen.

Trump richtete aber auch eine versteckte Drohung an Nordkorea: Sollte die Führung nicht zu einem "Deal" mit den USA bereit sein, werde sie "wahrscheinlich" so enden wie der libysche Machthaber Muammar al-Gaddafi. Dieser war 2011 in einer Revolution entmachtet und getötet worden. "Dieses Vorbild würde sehr wahrscheinlich greifen, wenn wir nicht zu einem Deal kommen", sagte Trump. "Wenn wir aber einen Deal machen, dann wird Kim Jong-un sehr, sehr glücklich sein."

Trump sagte, das Libyen-Modell würde nur ins Spiel kommen, wenn kein Abkommen zustande komme. Der Sicherheitsberater des US-Präsidenten, John Bolton, hatte diese Lösung vorgeschlagen. Nordkorea könnte dann nach dem Vorbild Libyens Atomwaffen schnell an die USA oder andere Länder übergeben.

Der US-Präsident verdächtigte China, hinter den plötzlich geäußerten Zweifeln Nordkoreas an dem Gipfel zu stecken. Es könne "sehr gut" sein, dass Chinas Präsident Xi Jinping den nordkoreanischen Machthaber "beeinflusst", sagte Trump. Xi und Kim hatten sich kürzlich zwei Mal getroffen. Peking hatte Kim allerdings öffentlich aufgerufen, an dem Gipfel festzuhalten.

Südkorea hält an Gipfel fest

Knapp einen Monat vor dem geplanten Gipfeltreffen zwischen Trump und Kim hatte Nordkorea am Mittwoch mit einer Absage gedroht. Sollte Washington weiterhin den "einseitigen" Verzicht Nordkoreas auf Atomwaffen fordern, "haben wir kein Interesse mehr an Gesprächen", hatte Nordkoreas Vize-Außenminister Kim Kye-gwan gesagt. Wegen eines Militärmanövers der USA mit Südkorea sagte Pjöngjang zudem Gespräche mit Seoul ab.

Südkorea will ungeachtet dessen weiter mit dem Nachbarn über dessen Gipfeltreffen mit den USA im Juni beraten. Auch in den USA gingen die Vorbereitungen weiter. "Sie reden in diesem Moment mit unseren Leuten", sagte Trump.

Der Nationale Sicherheitsrat Südkoreas habe beschlossen, verschiedene Kanäle zu den USA, aber auch zu Nordkorea zu nutzen, um die unterschiedlichen Positionen dieser beiden Länder koordinieren zu können, teilte das Präsidialamt in Seoul am Donnerstag mit. Ziel sei es, dass es "einen erfolgreichen nordkoreanisch-amerikanischen Gipfel im Geist des gegenseitigen Respekts" geben werde.

Wie die japanische Tageszeitung Asahi Shimbun unter Berufung auf nicht näher benannte Quellen berichtete, wollten die USA, dass Nordkorea binnen sechs Monaten einen Teil seiner Atomsprengköpfe sowie anderes Atommaterial und Interkontinentalraketen außer Landes bringe.

Die USA hatten dem Bericht zufolge angeboten, Nordkorea im Gegenzug von der US-Liste der Terror-Unterstützerstaaten zu streichen.

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