Kremlkritiker:Auf Leben und Tod

Lesezeit: 10 min

Alexej Nawalny, Alexej Navalny, Foto von Evgeny Feldman

Kampfspuren: Im März 2017 spritzte ein Unbekannter im sibirischen Barnaul Alexej Nawalny ein Desinfektionsmittel ins Gesicht - brillantgrün.

(Foto: Evgeny Feldman)

Wer in Russland gegen Korruption kämpft, landet im Krankenhaus, im Knast oder im Grab. Das weiß jeder, das wusste auch Alexej Nawalny. Jetzt liegt er in der Charité im Koma.

Von Silke Bigalke, Moskau, Daniel Brössler, Berlin, Julian Hans und Frederik Obermaier

Es ist wieder Ruhe eingekehrt vor der Charité. Polizeiwagen sind keine mehr zu sehen. Vor der Notaufnahme schiebt der Sicherheitsdienst Wache, vor dem Haupteingang halten sich nur noch zwei Kameraleute bereit. Am Wochenende standen hier Dutzende Journalisten. Aber jetzt ist die Nachricht ja erst mal raus: Der russische Oppositionelle Alexej Nawalny ist wohl wirklich vergiftet worden. Die Symptome wiesen "auf eine Intoxikation durch eine Substanz aus der Wirkstoffgruppe der Cholinesterase-Hemmer hin", teilt die Klinik am Montagabend mit. Die konkrete Substanz sei aber bislang nicht bekannt.

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