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Migration - Berlin:Seehofer: Verlängerung der Grenzkontrollen zu Österreich

Berlin (dpa) - Deutschland verlängert seine Kontrollen an der Grenze zu Österreich für ein weiteres halbes Jahr. Wie ein Sprecher des Innenministeriums am Freitag mitteilte, wird die Entscheidung damit begründet, dass nach wie vor eine hohe Zahl von illegalen Grenzübertritten festgestellt werde.

Zwischen November 2018 und Februar 2019 seien monatlich etwa 950 Fälle registriert worden, heißt es in einem Schreiben an die EU. Außerdem sei das "Migrationspotenzial" über das östliche Mittelmeer und die sogenannte Balkanroute zuletzt wieder gewachsen. Auch mit einem Rückgang der "illegalen Sekundärmigration" nach Deutschland sei nicht bald zu rechen.

Deutschland könne deshalb noch nicht auf das Instrument der Binnengrenzkontrollen verzichten, heißt es in dem Brief von Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) an den Ersten Vizepräsidenten der EU-Kommission, Frans Timmermans, über den die "Bild am Sonntag" zuerst berichtete. Durch die Verlängerung laufen die Kontrollen an der Grenze zwischen Bayern und Österreich nun bis zum 11. November 2019.

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) begrüßte die Entscheidung. "Es ist leider nach wie vor notwendig, die Grenzkontrollen aus migrations- und sicherheitspolitischen Gründen fortzuführen", teilte er am Freitagabend mit. Grund sei, dass derzeit kein ausreichender Schutz der EU-Außengrenzen gewährleistet sei.

Deutschland kontrolliert seine Grenze zu Österreich seit Herbst 2015, nachdem sich Zehntausende Flüchtlinge und andere Migranten von Griechenland über die Balkan-Route auf den Weg nach Westeuropa gemacht hatten. Eigentlich gibt es im Schengen-Raum, dem 26 europäische Länder angehören, keine stationären Personenkontrollen an den Grenzen.