Klimakrise:Aktivisten der "Letzten Generation" wollen sich nicht mehr festkleben

Von März an hat es sich ausgeklebt: Die "Letzte Generation" will dann in größeren Gruppen protestieren. (Foto: Paul Zinken/dpa)

Die Gruppe kündigt an, künftig auf Straßenblockaden verzichten zu wollen. Unbequem dürften sie dennoch bleiben. Von März an soll es im ganzen Land "ungehorsame Versammlungen" geben.

Nach gut zwei Jahren Blockaden will die Klimaschützer-Gruppe "Letzte Generation" künftig auf ihre bekannteste Protestform verzichten - das Festkleben auf Straßen. "Von nun an werden wir in anderer Form protestieren - unignorierbar wird es aber bleiben. Ab März werden wir zu ungehorsamen Versammlungen im ganzen Land aufrufen. Statt uns in Kleingruppen aufzuteilen und Straßenblockaden zu machen, werden wir gemeinsam mit vielen Menschen ungehorsame Versammlungen machen", teilte die Gruppe am Montag in Berlin mit. Das "Kapitel des Klebens und der Straßenblockaden endet damit".

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Außerdem wolle man "die Verantwortlichen für die Klimazerstörung in Zukunft verstärkt direkt konfrontieren" und dazu Politiker und andere Entscheider "öffentlich und vor laufenden Kameras zur Rede stellen", hieß es weiter. "Zum anderen werden wir verstärkt Orte der fossilen Zerstörung für unseren Protest aufsuchen, so wie es in der Vergangenheit schon bei Protesten an Öl-Pipelines, Flughäfen oder dem Betriebsgelände von RWE der Fall war."

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Am 24. Januar 2022 hatte die Gruppe ihre Straßenblockaden für eine radikale Klimawende begonnen. Dazu kamen Proteste in Museen, Stadien, Ministerien. 550 Aktionen zählte allein die Polizei Berlin im vergangenen Jahr, die Staatsanwaltschaft der Hauptstadt hat inzwischen 3700 Verfahren geführt.

Viele Betroffene empörten sich über die Aktivisten, Politiker aller Parteien hielten ihr Vorgehen für kontraproduktiv. Doch seit einiger Zeit ist es merklich stiller um die Letzte Generation. Sie steht im Schatten der lautstarken Bauernproteste und nun auch der großen Demonstrationen gegen Rechtsextremismus. Ihre nächste geplante "Massenblockade" am 3. Februar sagte sie zugunsten einer Aktion gegen rechts ab.

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