Kuba:Castros Vater soll seinen Sohn ein Jahr jünger gemacht haben

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Furiati schreibt, Castros Vater Angel habe im Jahre 1941 einen Gerichtsbeamten mit 100 Pesos bestochen, damit dieser seinen Sohn offiziell ein Jahr älter mache. Das sei erforderlich gewesen, damit Castro sich am Jesuitenkolleg Belén in Havanna habe bewerben können, das damals als beste Schule des Landes galt. Im Oktober 1941 besteht Castro die Aufnahmeprüfung und zieht in die kubanische Hauptstadt.

Die Historikerin Furiati war die erste, die für ihr Buch umfassenden Zugang zu Castros Privatarchiv erhielt. Sie sprach mehrmals mit dem Revolutionsführer und schrieb das Buch nach eigenen Angaben in Abstimmung mit ihm.

Im brasilianischen Original trägt es den Titel "Uma biografia consentida" - übersetzt so viel wie "Eine genehmigte Biografie". Castro hat die Darstellung, derzufolge er heute erst 89 ist, also zumindest gebilligt.

Das Geburtsjahr 1926 passt einfach besser

Offiziell zugestimmt hat er ihr allerdings auch nie - und zwar aus gutem Grund. Castros offizielles Geburtsjahr 1926 enthält eine symbolträchtige Zahl, die auf Kuba jeder kennt. Am 26. Juli 1953 überfiel der junge Castro mit einigen Getreuen die Moncada-Kaserne, es war der Beginn einer langen Rebellion, die schließlich in der kubanischen Revolution und der Vertreibung des Diktators Fulgencio Batista Anfang 1959 mündete.

Seine Rebellengruppe taufte Castro "Bewegung 26. Juli" - und bis heute feiern die Kubaner an diesem Datum ihren Nationalfeiertag. Das vermeintliche Geburtsjahr 1926 passt da einfach besser.

Die Bitte des jungen Castro, US-Präsident Roosevelt möge ihm eine Zehn-Dollar-Note schicken, blieb übrigens unerfüllt. Er erhielt zwar ein Antwortschreiben des State Departments, das sich höflich für die Zuschrift bedankte. Ein grüner Geldschein aber war nicht dabei.

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