Womöglich hofft die CDU-Chefin, durch das zusätzliche Amt außen- und sicherheitspolitisch an Profil zu gewinnen, um sich mit Blick auf eine mögliche Kanzlerkandidatur eine gute Ausgangsposition zu verschaffen. Diese hat in den Wochen zuvor wegen sinkender Umfragewerte etwas gelitten.

Fraglich ist allerdings, ob Kramp-Karrenbauer ihr Ansehen ausgerechnet im Verteidigungsministerium verbessern kann. Das Amt gilt als politischer Schleudersitz und das Ministerium steht am Ende der Amtszeit von der Leyens wegen der Kostenexplosion der Gorch Fock und der Affäre um externe Berater im Blickpunkt der Öffentlichkeit.

Herausforderungen für die neue Ministerin sind die Modernisierung und Instandhaltung von Waffensystemen und Material, die Personalgewinnung angesichts zunehmender Konkurrenz um Fachkräfte sowie die Digitalisierung der Armee. Und natürlich spielt auch das leidige Zwei-Prozent-Ziel der Nato eine wichtige Rolle, wonach die Verteidigungsausgaben einen entsprechenden Anteil des Bruttoinlandsprodukts betragen sollen. Davon ist Deutschland noch weit entfernt. (Bild: Kramp-Karrenbauer 2011 mit Oberst Frank Rapp, damals stellvertretender Kommandeur der Luftlandebrigade 26 "Saarland" aus Saarlouis)

Bild: dpa 17. Juli 2019, 09:232019-07-17 09:23:45 © SZ.de