MeinungCorona-PolitikDie Zustimmung bröckelt

Kommentar von Kurt Kister

Lesezeit: 3 Min.

Die Fragen sind bekannt, und sie werden immer drängender: Warum muss eine Gaststätte mit einem Hygienekonzept schließen, der Friseursalon aber darf offen bleiben? Wieso ist ein geschlossenes Theater die Kompensation dafür, dass eine Schule offen bleibt?
Die Fragen sind bekannt, und sie werden immer drängender: Warum muss eine Gaststätte mit einem Hygienekonzept schließen, der Friseursalon aber darf offen bleiben? Wieso ist ein geschlossenes Theater die Kompensation dafür, dass eine Schule offen bleibt?
Jan Huebner/imago

Die Mehrheit der Deutschen erkennt die Notwendigkeit der beschlossenen Kontaktbeschränkungen. Doch Einsicht bedeutet nicht unbedingt Akzeptanz: Zu viele Menschen haben nicht mehr den Eindruck, dass alle in einem Boot sitzen.

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Angela Merkel kann Pathos, allerdings nur wenn sie unbedingt muss. Am Donnerstag in ihrer Regierungserklärung musste sie, und das Pathos gelang ihr einigermaßen. Anders als noch im Frühjahr bröckelt die Zustimmung von größeren Teilen der Bevölkerung zu den Einschränkungen grundlegender Freiheiten im Kampf gegen die Seuche. Zwar sieht immer noch die große Mehrheit der Deutschen ein, dass angesichts immens steigender Infektionszahlen in ganz Europa neuerliche Beschränkungen der zwischenmenschlichen Kontakte nötig sind. Andererseits aber bedeutet Einsicht nicht unbedingt auch Akzeptanz.

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