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Kommunen - Lübeck:Müllstaubsauger in Lübeck erfolgreich im Einsatz

Lübeck (dpa/lno) - Die Lübecker Entsorgungsbetriebe haben dem Plastik im Biomüll den Kampf angesagt. Nach dem Prinzip eines Staubsaugers filtere ein sogenannter Leichtstofftrenner vor allem Plastiktüten aus den Gärresten, die anschließend zu Kompost verarbeitet werden. Durch das Gerät würden bis zu zwei Drittel der nach der Vorsortierung noch im Müll verbliebenen Störstoffe entfernt, sagte die Sprecherin der Entsorgungsbetriebe (EBL), Cornelia Tews, am Mittwoch. Zuvor hatten regionale Medien darüber berichtet.

Pro Stunde kann der Müllstaubsauger nach EBL-Angaben etwa 30 Tonnen Gärreste bearbeiten. Dabei werden bis zu 150 Kilogramm Plastikabfälle pro Stunde aussortiert, die dann verbrannt werden. "Die Maschine ist bei uns seit rund zwei Monaten im Einsatz und wir sind mit dem Ergebnis sehr zufrieden", sagte Tews.

Rund 55 000 Tonnen Bioabfälle landen nach Angaben der EBL-Sprecherin jedes Jahr in der mechanisch-biologischen Abfallbehandlungsanlage (MBA). Diese Abfälle werden sortiert und wandern dann in das Biomassewerk, wo sie in Rotteboxen von Mikroorganismen zersetzt werden. Probleme bereiten dabei vor allem Müllbeutel aus Plastik, die von den Herstellern als Bio-Plastik beworben würden, sagte Tews.

Das kritisierte auch der Verband Kommunaler Unternehmen (VKU). "Dadurch glauben die Verbraucher, dieses Plastik sei ähnlich biologisch abbaubar wie ein Apfel. Das ist aber nicht der Fall", sagte VKU-Vizepräsident Patrick Hasenkamp. Das bereite den Anlagenbetreibern große Probleme und gefährdet letztlich den ökologischen Nutzen der Biosammlung.

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