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Forsa-Umfrage:Erwachsene sehen Kinder als Verlierer der Corona-Krise

Themen im Bundestag

Viele Kinder fühlen sich einsam, weil sie lange keine Freunde treffen konnten: Mädchen vor einem abgesperrten Spielplatz.

(Foto: Julian Stratenschulte/dpa)

Die Interessen von Kindern sind seit Ausbruch der Pandemie wenig berücksichtigt worden - so sehen es fast 60 Prozent der Befragten. Auch die empfundene Kinderarmut stieg deutlich an.

Kinder leiden sehr unter der Corona-Pandemie mit all ihren Einschränkungen. Zu diesem Ergebnis kommt eine am Mittwoch veröffentlichte repräsentative Forsa-Umfrage unter Erwachsenen im Auftrag des Deutschen Kinderhilfswerks. Eine große Mehrheit der Befragten ist demnach der Ansicht, dass die Interessen von Kindern rund um die Corona-Maßnahmen nicht so stark (58 Prozent) oder gar nicht (14 Prozent) berücksichtigt wurden und werden.

Die Hälfte der Befragten ist davon überzeugt, dass Gewalt gegen Kinder etwas gestiegen ist und fast 30 Prozent gehen von einem starken Anstieg der Gewalt gegen Kinder aus. Zwei Drittel der Befragten nehmen an, dass Kinderarmut während der Corona-Krise bislang etwas (43 Prozent) oder stark (21 Prozent) gestiegen ist.

In Bezug auf die Bildungschancen von Kindern ist eine Mehrheit der Befragten der Ansicht, dass diese im Allgemeinen etwas oder sogar stark gesunken sind. Bei den Bildungschancen von sozial benachteiligten Kindern meinen sogar 81 Prozent, dass diese etwas oder stark gesunken sind.

Etwa ein Viertel der Befragten findet allerdings, dass die Interessen von Kindern seit Beginn der Corona-Krise starke bis sehr starke Berücksichtigung finden.

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Eine große Mehrheit der deutschen Bevölkerung ist zudem der Meinung, dass Kinderrechte im Grundgesetz verankert werden sollten. Frauen sehen das noch etwas stärker so als Männer und jüngere Befragte mehr als ältere. Auch mit höherem Haushaltsnettoeinkommen steigt die Zahl der Befürworter von Kinderrechten im Grundgesetz. "Die Umfrage zeigt deutlich, dass die Bevölkerung in Deutschland hinter unserer Forderung steht, endlich Kinderrechte im Grundgesetz zu verankern", sagte der Präsident des Kinderhilfswerks, Thomas Krüger.

Justizministerin Lambrecht pocht auf Verankerung von Kinderrechten im Grundgesetz

Auch Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD) nahm die Ergebnisse zum Anlass, auf eine Verankerung der Kinderrechte im Grundgesetz zu pochen.

Lambrecht verwies auf den Entwurf dazu, den sie bereist im vergangenen Jahr vorgelegt hatte. Sie forderte vom Regierungspartner Union, den Weg für die Beratung der Grundgesetzänderung im Bundestag freizumachen. "Niemand hätte Verständnis für eine weitere Hinhaltetaktik bei diesem Thema. Denn die Corona-Pandemie hat uns noch einmal in aller Deutlichkeit gezeigt, dass Kinder besondere Bedürfnisse haben und einen besonderen Schutz durch den Staat und die Gesellschaft verdienen", sagte die SPD-Politikerin.

Für die repräsentative Umfrage zum Weltkindertag 2020 wurden vom Politik- und Sozialforschungsinstitut Forsa im Auftrag des Deutschen Kinderhilfswerkes deutschlandweit 1015 deutschsprachige Personen ab 18 Jahren befragt.

© SZ/KNA/odg/mpu
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