Kampfjet-Abschuss:Obama ruft Russland und Türkei zu Einigung auf

President of the United States of America, Barack Obama Gives A Press Conference  at the OECD Conference Centre In Paris

Jetzt mal langsam: Barack Obama versucht am Rande der Weltklimakonferenz in Paris, zwischen Russland und der Türkei zu schlichten.

(Foto: Getty Images)
  • US-Präsident Obama ruft Russland und die Türkei nach dem Absturz eines Kampfjets dazu auf, sich gemeinsam auf den Kampf gegen die Terrororganisation IS zu konzentrieren.
  • Russlands Präsident Putin verschärft abermals den Tonfall gegenüber der Türkei. Er wirft Ankara den Schutz von Ölgeschäften des IS vor - und sieht darin die Ursache für den Abschuss eines russischen Kampfjets.
  • Der türkische Präsident reagiert offensiv. Sollten Putins Vorwürfe stimmen, müsse er von seinem Amt zurücktreten, sagte Recep Tayyip Erdoğan.

Gemeinsamer Feind IS

Im Konflikt zwischen der Türkei und Russland um den Absturz einer Militärmaschine hat sich nun Barack Obama zu Wort gemeldet. Der US-Präsident rief beide Länder auf, sich zu einigen. "Wir alle haben ein gemeinsamen Feind", sagte er nach einem Treffen mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan. "Und der heißt IS."

Später sagte Obama, er hoffe, Russland werde seinen Kurs in Syrien ändern und sich stärker auf die Bombardierung der Terrororganisation IS konzentrieren. Derzeit steht Russland an der Seite des syrischen Diktators Baschar al-Assad und geht nicht nur gegen den IS, sondern auch gegen viele weitere Rebellengruppen vor, die zum Teil von westlichen Staaten unterstützt werden. Obama sagte, er erwarte aber "keine 180-Grad-Drehung" aus Moskau.

Putin sagt, Russland habe weitere Informationen

Zuvor hatte Russland abermals den Ton gegenüber der Türkei verschärft. Russland habe weitere Informationen, wonach Öl aus dem Gebiet der Extremistenmiliz IS durch die Türkei geleitet werde, sagte der Staatschef am Rande des Klimagipfels am Montag in Paris.

Die Türkei habe den Jet abgeschossen, weil es diese Ölquelle habe erhalten wollen. Es handele sich um einen "Riesenfehler".

Erdoğan fordert Beweise

"Wer so etwas behauptet, sollte es auch beweisen", sagte der türkische Präsident Erdoğan zu Putins Vorwürfen laut BBC. "Lassen Sie uns Ihre Beweise sehen", forderte er.

Die amtliche Nachrichtenagentur Anadolu zitiert Erdoğan weiter: "Ich werde hier etwas sehr Starkes sagen: Wenn so eine Sache bewiesen wird, würde es die Vornehmheit unserer Nation erfordern, dass ich nicht im Amt bleibe." Die Türkei treibe keinen "Handel mit Terroristen".

Das russische Kampfflugzeug wurde in der vergangenen Woche abgeschossen. Nach türkischer Darstellung hatte es den Luftraum verletzt. Russland dagegen sagte, dass die Maschine syrisches Gebiet nicht verlassen habe. Erdoğan bedauerte den Vorfall zwar, entschuldigte sich aber nicht für den Abschuss. Putin sieht eine förmliche Entschuldigung als Voraussetzung für ein Gespräch.

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