Der Ort, der wie kein anderer dafür steht, dass in diesem Land nicht nur ein Virus tobt, sondern auch die Wut, liegt oberhalb eines Baches. Es ist die Aral-Tankstelle in Idar-Oberstein, rheinland-pfälzische Provinz, drei Fahrspuren mit Zapfsäulen, im Shop zwei Spielautomaten und das übliche Sortiment aus Snacks und belegten Brötchen. Hier an der Kasse starb am 18. September 2021 ein 20-jähriger Student, Alexander W., regelrecht hingerichtet mit einem Schuss in den Kopf aus einem Revolver von Smith & Wesson, Kaliber .357.
Idar-ObersteinBis es knallt
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Am Tag danach beginnt die Suche nach Antworten. Und in den Sicherheitsbehörden fragen sie sich: Was, wenn Alexander W. nicht der Letzte war, der nicht dem Virus, sondern dem Hass zum Opfer gefallen ist?
Christian Schulz/dpaMario N. fiel nie groß auf, dann erschoss er einen Tankstellenkassierer, weil der ihn bat, eine Maske zu tragen. Über die Tat eines Einzelnen und den Hass einer zunehmend gewaltbereiten Szene.
Von Georg Mascolo und Ronen Steinke, Idar-Oberstein
