Hillary Clinton Fünf Stolpersteine auf dem Weg zur US-Präsidentin

Als erste Frau ins Weiße Haus: Hillary Clinton hat ihre Kandidatur für 2016 verkündet. Dass Konkurrenz aus der eigenen Partei fehlt, ist nur eines von mehreren Problemen, vor denen die 67-Jährige nun steht.

Überblick von Matthias Kolb, Portland

Hillary Clinton polarisiert das Land

In den USA haben wahrscheinlich nur Grundschulkinder und allerhöchstens Teenager keine Meinung über Hillary Rodham Clinton. Die meisten Demokraten mögen sie, weil Clinton eine fähige Außenministerin war - und viele elektrisiert der Gedanke, dass nach dem ersten Afroamerikaner nun auch erstmals eine Frau ins Oval Office einziehen könnte. Dass die 67-Jährige längst nicht so liberal ist wie viele Großstädter an den Küsten und dass sie als New Yorker Senatorin die Interessen der Wall-Street-Banken verteidigte, wird zähneknirschend akzeptiert - oder ignoriert.

Amerikas Konservative sind sich ebenso einig, was sie von Hillary halten: Sie ist seit 1992 Teil der Washingtoner Macht-Elite, die im Rest des Landes verhasst ist, und war Außenministerin, als im libyschen Bengasi vier US-Amerikaner, darunter der Botschafter, ermordet wurden. Auch ihre Nähe zu Barack Obama macht sie für viele Republikaner zum Feindbild - und die extreme politische Spaltung der USA wird Clinton nicht beenden können. Dass sie als Außenministerin ihr privates E-Mail-Konto nutzte, erzürnt viele - sie sehen dies als Beleg, dass sich Hillary und Bill Clinton für etwas Besseres halten und Regeln für sie nicht gelten.

Zuletzt wurden Umfragedaten bekannt, wonach Rand Paul in wichtigen swing states wie Colorado und Iowa beliebter ist als Clinton. Immer mehr Wähler und Wählerinnen haben demnach Zweifel, dass Clinton "ehrlich und vertrauenswürdig" ist. Gewiss: Bis zur Präsidentschaftswahl sind es noch eineinhalb Jahre, aber die Republikaner-Strategen werden Tag für Tag diese Themen betonen, um Clintons angebliche Charakterschwächen zu verdeutlichen. Typisch ist dieses Video von "Patriot Voices", einer dem Ex-Senator Rick Santorum nahestehenden Organisation:

Sie ist weit weg vom Durchschnittsamerika

Was muss die Politik tun, damit es der amerikanischen Mittelschicht wieder besser geht? Diese Frage dürfte den Wahlkampf beherrschen und bereits im Herbst 2014 ließ sich erahnen, wie Hillary Clinton das Thema "wachsende soziale Ungleichheit" behandeln wird: Bei Wahlkampfauftritten sprach sie über ihre gerade geborene Enkelin Charlotte und rief aus: "Niemand sollte einen Präsidenten als Großvater haben müssen, um eine gute Erziehung und eine gute Krankenversicherung zu bekommen."

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Hillary for President: eine gute Wahl der Demokraten?

Hillary Clinton hat offiziell angekündigt, US-Präsidentin werden zu wollen. Ihr Vermögen und die jüngste Affäre um ihre E-Mail-Konten könnten von den Republikanern im Wahlkampf gegen die ehemalige Außenministerin verwendet werden.   Diskutieren Sie mit uns.

Doch auch wenn Bill und Hillary aus einfachen Verhältnissen stammen: Mittlerweile ist die Familie Clinton so reich, dass manche Demokraten fürchten, dass ihr dies politisch schaden könnte. Für ihr aktuelles Buch "Hard Choices" erhielt Hillary mindestens zehn Millionen Dollar Vorschuss, ihre Villa im Bundesstaat New York ist mindestens fünf Millionen Dollar wert und die Washington Post enthüllte kürzlich, dass die frühere First Lady selbst für Rede-Auftritte an staatlichen Universitäten 300 000 Dollar berechnet (Details über die von ihr verlangten Snacks und Getränke hier).

Auch wenn sie einen Großteil ihrer Gagen an die Familienstiftung (wieso diese nicht unumstritten ist, beschreibt NPR hier) überweist, haben viele den Eindruck, dass die Probleme Clintons mit denen einer "normalen" US-Familie wenig gemein haben.