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Hillary Clinton:Der lange Weg ins Weiße Haus

First Lady, Senatorin, Außenministerin - und 2017 vielleicht die erste Präsidentin der USA: Die Karriere der Hillary Clinton in Bildern.

12 Bilder

File photo of Democratic Presidential candidate Clinton and his wife in New York

Quelle: Reuters

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1993 wird Bill Clinton Präsident - und seine Frau Hillary Rodham Clinton First Lady der Vereinigten Staaten. Die damals 45-jährige Juristin wäre im Kabinett ihres Mannes gerne Justizministerin geworden, doch Familienbande innerhalb der Regierung verbietet das amerikanische Gesetz. Als First Lady engagiert sich Clinton besonders für die Rechte von Frauen und Kindern.

Das Foto zeigt das Ehepaar Clinton im Präsidentschaftswahlkampf 1992.

Familie Clinton in China

Quelle: REUTERS

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Besonders wichtig ist Hillary Clinton während ihrer Zeit im Weißen Haus die Gesundheitspolitik. Sie wird Vorsitzende einer Task Force, die für die Regierung ihres Mannes die Reform des Gesundheitssystems vorbereiten soll. Zu dieser Reform kommt es nicht, aber immerhin kann mit Unterstützung der First Lady ein Gesundheitsprogramm für Kinder von Eltern ohne Versicherung durchgesetzt werden.

Die Aufnahme stammt von einem China-Besuch des Ehepaars Clinton mit Tochter Chelsea 1998.

Monica Lewinsky lächelt Bill Clinton bei einem offiziellen Termin an

Quelle: DPA

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Seine Affäre mit Monica Lewinsky im Jahr 1998 überschatte fast die gesamte zweite Amtszeit Bill Clintons. Bis Hillary sich zu Fragen nach der ehemaligen Praktikantin äußerte, vergingen 16 Jahre. Erst 2014 Jahr sagt Clinton dem People Magazine, sie sei "weitergezogen".

Das Foto zeigt Monica Lewinsky und Bill Clinton (mit dem Rücken zur Kamera).

Hillary Clinton bei ihrer Vereidigung als Senatorin mit Al Gore und Bill Clinton

Quelle: REUTERS

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Während Bill Clinton sich auf die Zeit nach seiner Präsidentschaft einstellt, bereitet Hillary sich auf die nächsten Schritte in Richtung Präsidentenamt vor. Im November 2000 kandidiert sie für das Amt der Senatorin im Staat New York. Sie gewinnt gegen den Republikaner Rick Lazio. Ein anderer aussichtsreicher Kandidat, Rudolph Giuliani - Bürgermeister von New York City - ist wegen eines Krebsleidens nicht zur Wahl angetreten. Am 3. Januar 2001 wird Clinton von Vizepräsident Al Gore in seiner Funktion als Senatspräsident vereidigt. 17 Tage später endet Bill Clintons Amtszeit als Präsident.

2006 verteidigt Clinton mit überwältigender Mehrheit ihren Senatssitz gegen den Republikaner John Spencer.

Hillary Clinton

Quelle: dpa

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Im Januar 2007 beschließt Hillary Clinton, dass es an der Zeit ist: Sie kündigt ihre Kandidatur für die Präsidentschaftswahl 2008 an. Demokratische Konkurrenten sind John Edwards und Barack Obama. In 21 Bundesstaaten gewinnt Clinton die Vorwahlen - und es sieht danach aus, als würde zum ersten Mal in der Geschichte der Vereinigten Staaten vielleicht eine Frau das höchste Regierungsamt gewinnen können.

US Democratic presidential candidate Senator Barack Obama (D-IL) watches Senator Hillary Clinton deliver her speech at the 2008 Democratic National Convention in Billings, Montana

Quelle: Reuters

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Doch es kommt bekanntlich anders. Die Mehrheit der demokratischen Delegierten entscheidet sich für Barack Obama. Zum ersten Mal wird 2009 ein Afroamerikaner US-Präsident. Eine der Ursachen für Clintons Niederlage war möglicherweise, dass sie anfänglich den Angriff auf den Irak 2003 unterstützt hatte. Ihr wurde außerdem vorgeworfen, dass sie ihre Steuererklärung nicht veröffentlicht hatte. Darüber hinaus legten manche Schwarze ihr eine harmlose, aber unbedachte Äußerung über Martin Luther King als rassistisch aus.

US Secretary of State Clinton gestures during a news conference after her speech at the United Nations Human Rights Council in Geneva

Quelle: REUTERS

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Erst will sie nicht, dann macht sie es doch: 2009 übernimmt Hillary Clinton das US-Außenministerium. Es bringt ihr viel Anerkennung ein, dass sie sich sich nach der bitteren Niederlage gegen Barack Obama in dessen Kabinett einreiht.

Das Bild zeigt Clinton nach einer Rede beim UN-Menschenrechtsrat in Genf 2011.

US-ATTACKS-BIN LADEN-OBAMA

Quelle: AFP Photo/White House

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Auch dieser Moment fiel in die Amtszeit Hillary Clintons als Außenministerin: die Ermordung Osama bin Ladens im Mai 2011, knapp zehn Jahre nach den Anschlägen vom 11. September. Offenbar höchst angespannt verfolgt Clinton die Operation im Situation Room des Weißen Hauses, gemeinsam mit Barack Obama und den Mitgliedern des Nationalen Sicherheitsrates. Das Foto geht um die Welt. Clintons Geste wird als emotionaler Ausdruck interpretiert - was sie allerdings zurückweist.

Hillary Rodham Clinton

Quelle: AP

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Bengasi: Dieser Name steht stellvertretend für Clintons wohl schwerste Zeit als Außenministerin. Am 11. September 2012 - ausgerechnet - greifen Terroristen das US-Konsulat in der libyschen Stadt an und töten vier Amerikaner, unter ihnen der amerikanische Botschafter in Libyen, J. Christopher Stevens. Clinton war Stevens' Vorgesetzte und sieht sich schweren Vorwürfen von Seiten der Republikaner ausgesetzt. Hatte sie den Botschafter unnötig in Gefahr gebracht? Clinton sitzt die Vorwürfe aus, wenig später wird sie im State Department von John Kerry abgelöst. Doch die Republikaner werden sich die Chance nicht entgehen lassen, das Stichwort Bengasi im Wahlkampf wieder hervorzuholen.

Das Foto zeigt Clinton bei einer Vernehmung zum Überfall in Bengasi vor dem US-Senat im Januar 2013.

U.S. President Barack Obama speaks about Libya while U.S. Secretary of State Hillary Clinton listens in the White House in Washington

Quelle: REUTERS

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Als langjährige Außenministerin und potenzielle Nachfolgerin von Barack Obama steht Hillary Clinton vor einem Dilemma. Soll sie sich von dem inzwischen ziemlich unbeliebten Präsidenten absetzen? Oder auf eine erfolgreiche Endphase von Obamas Präsidentschaft hoffen, die sie als natürliche demokratische Nachfolgerin ins Weiße Haus tragen kann?

Im Sommer 2014 entscheidet sie sich für einen Mittelweg: Sie kritisierte Obamas Verhalten in der Syrien-Krise als zu zögerlich. Im Gegensatz zum Präsidenten hätte sie selbst sich dafür entschieden, gemäßigte Rebellen zu bewaffnen und auszubilden. Clinton grenzt sich ab, um das eigene Profil zu schärfen - aber nicht zu sehr. Schließlich will sie 2016 auch von den Obama-Anhängern gewählt werden.

Das Bild zeigt Barack Obama und Hillary Clinton während einer Rede des Präsidenten im Weißen Haus im Jahr 2011.

File photo of former U.S. Secretary of State Clinton checking her PDA upon her departure in a military C-17 plane from Malta bound for Tripoli

Quelle: Kevin Lamarque/Reuters

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Anfang 2015 holt Hillary Clinton ihr eigenwilliges Kommunikationsverhalten als Außenministerin ein. Während ihrer gesamten Amtszeit hatte sie ausschließlich eine private E-Mail-Adresse verwendet - und so die automatische Archivierung ihrer Korrespondenz umgangen. Sie habe nur "aus Bequemlichkeit" nicht auf den offiziellen Amtsaccount zugegriffen, erklärt Clinton. Doch die Affäre lässt sich nicht so einfach abschütteln. Viele Amerikaner, die die Clintons ohnehin als falsche und arrogante Machtmenschen betrachten, fühlen sich bestätigt. Ausgestanden ist die E-Mail-Affäre wohl noch nicht.

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Quelle: AP

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Die E-Mail-Affäre hat Hillary Clinton geschadet und angreifbar gemacht - auch in der eigenen Partei. Für die Demokraten wird wohl dennoch kein Weg an Clinton vorbeiführen. Ihre Konkurrenten gelten als wenig aussichtsreich, ob es sich um den derzeitigen Vize-Präsidenten Joe Biden oder den ehemaligen Gouverneur von Maryland, Martin O'Malley, handelt. Ein neuer Barack Obama ist (bisher) nicht in Sicht. Die Demokraten werden im kommenden Jahr also aller Voraussicht nach "Ready for Hillary" sein. Ob das auch für das ganze Land gilt, wird sich am 8. November 2016 zeigen. Dann wählen die Amerikaner ihren 45. Präsidenten - oder eben ihre erste Präsidentin.

© SZ.de/pamu/mcs/leja
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