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Handelsstreit:Brüchiger Friede

G20-Gipfel in Argentinien - Trump und Jinping

US-Präsident Donald Trump und Chinas Machthaber Xi Jinping.

(Foto: dpa)

Im Handelsstreit gehen die USA und China zögerlich aufeinander zu. Die Gefahr für die Weltwirtschaft ist damit aber noch nicht gebannt.

Waffenstillstand also, mancher spricht gar schon von Frieden. Wenn sich die Experten da mal nicht täuschen. US-Präsident Donald Trump und sein Pekinger Kollege Xi Jinping haben vereinbart, den Handelsstreit zwischen ihren Ländern vorerst nicht weiter anzuheizen. Das ist zunächst tatsächlich eine gute Nachricht, denn eine Eskalation hätte das ohnehin fragile Weltwirtschaftswachstum zusätzlich schwer belastet. Diese Gefahr ist nun abgewendet.

Allerdings wohl nur vorerst, denn das Grundsatzproblem bleibt. China will die USA politisch wie wirtschaftlich als Weltmacht Nummer eins ablösen, die Amerikaner wollen eben dies verhindern: Das - und nicht die Handelsbilanz - ist der eigentliche Kern der Auseinandersetzung.

Xi Jinping steht intern unter Erfolgsdruck

Dazu kommen das Naturell der beiden Präsidenten und die Umstände, unter denen sie arbeiten. Trump ist ein Spieler, der in der Kategorie von Sieg und Niederlage denkt. Er braucht Zuspitzungen und Beinahe-Katastrophen, um weiter den starken Mann markieren zu können. Xi wiederum mag zwar kein Narziss sein. Er steht jedoch intern unter Erfolgsdruck und ist zudem ein kühler Machtpolitiker, der nicht das große Ganze im Blick hat, sondern permanent versucht, für Chinas Marsch an die Weltspitze Zeit zu gewinnen. Nach dauerhaftem Frieden klingt das alles nicht.

© SZ vom 03.12.2018
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