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Gewalt in Nahost:Islamischer Dschihad und Israel führen Stellvertreterkrieg

Auf Raketen folgen Luftschläge - und umgekehrt: Im Gaza-Streifen proben Israel und der Islamische Dschihad für den Fall eines Angriffs der Regierung Netanjahu auf Iran. Die von Teheran unterstützten Extremisten wollen mit ihren Attacken Stärke demonstrieren. Israel will zeigen, dass es keine Angst vor einem Kampf an mehreren Fronten hat - auch wenn die Gotteskrieger wesentlich aggressiver zu Werke gehen als Hamas und Fatah.

In Israels Süden wird weiter gekämpft, es wird geschossen und gestorben. Jede Rakete aus dem Gaza-Streifen provoziert einen neuen Luftangriff der israelischen Armee, jeder Luftangriff wird mit Raketen beantwortet.

Israelische Soldaten beobachten den Start einer Rakete ihres Abwehrsystems Iron Dome.

(Foto: AFP)

Doch es ist nicht die im Gaza-Streifen herrschende Hamas, die diese neue Runde der Konfrontation bestimmt. Dieser Schlagabtausch mit bislang 23 Toten und Dutzenden Verletzten ist zur Kraftprobe geworden zwischen Israel und einem Feind, der immer stärker in den Vordergrund drängt: dem Islamischen Dschihad.

Für Israel sind die heiligen Krieger nichts anderes als der verlängerte Arm Irans in den Palästinenser-Gebieten. Die derzeitigen Kämpfe werden deshalb als eine Art Stellvertreterkrieg geführt - mit aller Härte und blutigen Konsequenz.

Hier geht es um Iran", machte Premierminister Benjamin Netanjahu klar, "ohne Iran hätten diese Extremisten keine Waffen, keine Ausbildung und keine logistische Unterstützung." In die gleiche Richtung wies ein Sprecher der Streitkräfte, der das Regime in Teheran beschuldigte, seine palästinensischen Protegés zur Fortsetzung des Raketenbeschusses zu ermuntern. Zudem habe Iran dem Islamischen Dschihad jene Grad-Raketen geliefert, die nun Israels Süden im Umkreis von bis zu 40 Kilometer vom Gaza-Streifen aus bedrohen. Dutzende dieser Raketen wurden in den vergangenen Tagen auf die Städte Aschkelon, Aschdod und Beerschewa abgefeuert - und zumeist vom israelischen Raketenabwehrsystem Iron Dome abgefangen.

Befürchtet wird jedoch, dass im Arsenal der Gruppe auch noch Raketen mit einer Reichweite von bis zu 70 Kilometer lagern, die den Großraum Tel Aviv erreichen könnten. Deren Einsatz jedoch wäre fast selbstmörderisch, weil Israel dann wohl nichts mehr von einer großangelegten Militäroperation abhalten könnte.