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Geldspenden im US-Wahlkampf:Die Gesichter der größten Gönner sind bekannt

Zwar gilt weiterhin, dass kein Bürger mehr als 2500 Dollar an die offiziellen Kampagnen überweisen darf. Aber daneben wuchern nun die nur formal unabhängigen Super-PACs. Der Oberste Gerichtshof verlangt zwar, dass diese Propaganda-Truppen ohne Absprachen mit den offiziellen Wahlkampf-Organisationen agitieren. Aber da wahren beide Seiten nur den Schein.

An der Spitze von "Restore Our Future", dem mit einem Spendenvolumen von 82 Millionen stärksten konservativen Super-PAC, stehen zwei langjährige Romney-Vertraute. Und Obamas Super-PAC "Priorities USA" (20,7 Millionen Einnahmen) leitet Bill Burton, der frühere stellvertretende Pressesprecher des Präsidenten.

Die Super-PACs machen das Rennen ums Weiße Haus endgültig "zum Spiel der Reichen" ( Time). Und in deren Gunst liegt Romney, ein ehemaliger Fonds-Manager mit einem geschätzten Privatvermögen von 250 Millionen, noch viel weiter vorn als im Rennen um traditionelle Wahlkampfspenden. Nach Berechnung der Analysten im "Center for Responsive Politics" haben sich die Super-PACs bisher mit Ausgaben von 181 Millionen Dollar in den Wahlkampf 2012 eingemischt - drei Viertel dieser Summe (137,4 Millionen) stammten von konservativen PR-Truppen. Die wiederum werden von Millionären und Milliardären genährt.

Laut einer Studie von zwei linksliberalen Lobbygruppen geben Amerikas vermögendste Schichten den Ton an: Schecks in Höhe von mindestens 10.000 Dollar, ausgestellt von 1082 Sponsoren, waren die Quelle für 94 Prozent aller Einnahmen der Super-PACs. Unter ihnen findet sich ein harter Kern von 47 Oligarchen, die mit Spenden von mindestens einer Million Dollar mehr als die Hälfte (57,1 Prozent) aller Super-PAC-Aktivitäten befeuerten.

Größter Gönner im konservativen Lager ist Casino-Magnat Sheldon Adelson, der versprochen hat, Amerikas Konservative mit bis zu hundert Millionen Dollar zu päppeln. Romney macht aus seiner Nähe zu Adelson kein Geheimnis, bei einer Rede neulich in Jerusalem platzierte er den Milliardär gleich hinter seiner Gattin Ann.

Andere Großspender sind der texanische Rohstoff-Investor und Müll-Baron Harold Simmons und der Immobilien-Bauer Bob Perry. Die im Ölgeschäft reich gewordenen Brüder David und Charles Koch, die fast jede konservative Sache alimentieren, haben sich mit "Americans for Prosperity" ihr eigenes Super-PAC geschaffen. Als Faustregel gilt: Wall Street, Öl und Bauindustrie helfen Romney, Hollywood und die Versicherungsbranche spenden für Obama. Filmmagnat Jeffrey Katzenberg ist der größte Gönner von Obamas Super-PAC.

All die Namen und Gesichter sind bekannt, weil Amerikas Gesetze den Super-PACs Transparenz verordnen. Nur, auch dagegen gibt es Mittel. Neuester Trend ist, dass die Super-PACs gleichsam Kinder kriegen: Undurchsichtige "501(c)4-Organisationen", benannt nach einem Paragrafen im Steuerrecht, gelten als gemeinnützig, dürfen die Identität ihrer Gönner verschweigen - und diskret Millionen an Super-PACs weiterleiten.