Geheimdienste:US-Geheimdienstler warnen Israel vor Trump

Donald Trump

US-Geheimdienstler trauen dem gewählten US-Präsidenten Donald Trump offenbar nicht.

(Foto: AP)
  • In Gesprächen mit israelischen Kollegen warnen US-Geheimdienstler davor, Informationen an das Weiße Haus und den Nationalen Sicherheitsrat weiterzugeben.
  • Das berichtet die israelische Zeitung Yediot Ahronot.
  • Angesichts der möglichen Verbindungen zwischen Trump und Russland, heißt es in dem Bericht, könnten die Informationen sonst bei Feinden Israels landen, etwa Iran.

Die Beziehungen zwischen Israel und den USA sind traditionell eng, das gilt auch für die Beziehungen der Geheimdienste. Dieser Umstand gibt US-amerikanischen Agenten offenbar Anlass zur Sorge: Laut einem Bericht der israelischen Zeitung Yediot Ahronot haben sie ihre israelischen Kollegen davor gewarnt, in Zukunft sensible Informationen an das Weiße Haus weiterzugeben. Angesichts der möglichen Verbindungen zwischen US-Präsident Trump und Russland könnten diese ansonsten in Moskau landen - und auch bei dessen Verbündeten, etwa Iran.

In mehreren geheimen Treffen hätten die nicht näher benannten US-Geheimdienstler ihre Bedenken geäußert, heißt es weiter. Auch die Tageszeitung Haaretz berichtet darüber (hier zur englischen Version).

Die Treffen zeigen, dass zumindest Teile der US-Geheimdienste die zunehmenden Berichte über Verbindungen zwischen Trump und Russland für plausibel halten. In den vergangenen Tagen hatten US-Medien das Geheimdossier eines ehemaligen britischen MI6-Agenten veröffentlicht.

Geheimdienstler: Russland kann auf Trump "Druck ausüben"

Darin steht unter anderem, Russland habe Trumps Aufstieg seit Jahren gezielt gefördert. Im US-Wahlkampf habe es etwa einen permanenten Austausch zwischen Trumps Stab und Kreml-Mitarbeitern gegeben. Zudem sei es zu Geheimdienstaktionen gekommen. Das Ziel sei gewesen, die Wahl Hillary Clintons zur US-Präsidentin zu verhindern und Spaltung in das westliche Bündnis zu tragen. Trump hat die Vorwürfe vehement zurückgewiesen. Sie sind bis heute nicht verifiziert.

Einige Geheimdienstler sind aber offenbar davon überzeugt, dass solche Verbindungen bestehen. Laut der Zeitung Yediot Ahronot gaben sie gegenüber israelischen Geheimdienstmitarbeitern an, Russland verfüge über Möglichkeiten, auf Trump "Druck auszuüben". Man solle daher Vorsicht walten lassen bei der Weitergabe von Informationen, sowohl an das Weiße Haus als auch an den zur US-Exekutive gehörenden Nationalen Sicherheitsrat.

In der Vergangenheit haben die Geheimdienste Israels und der USA gemeinsame Operationen durchgeführt, etwa gegen Iran, die Hisbollah und die Hamas. Zudem besteht eine Kooperationsvereinbarung von 2008, nach der die Dienste teilweise gemeinsame Informationen und Methoden nutzen.

© SZ.de/bepe/ewid
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