Tarifstreit:GDL-Chef Weselsky schließt Streiks über Weihnachten aus

Tarifstreit: Claus Weselsky, Vorsitzender der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer.

Claus Weselsky, Vorsitzender der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer.

(Foto: Wolfgang Kumm/dpa)

Der Chef der Lokführergewerkschaft verspricht: Während der Feiertage fahren die Züge. Doch die Urabstimmung über unbefristete Streiks läuft. Ausgang: unklar.

Claus Weselsky, der Chef der Lokführergewerkschaft GDL, hat Streiks bei der Deutschen Bahn über die Weihnachtstage ausgeschlossen. "Die GDL hat noch nie über Weihnachten gestreikt und wird es auch dieses Jahr nicht tun", sagte Weselsky der Leipziger Volkszeitung. "Die Weihnachtszeit ist eine friedliche - und das wird sie auch bleiben."

Die GDL hat kurz nach dem ersten Warnstreik im aktuellen Tarifstreit ihre Mitglieder zur Urabstimmung über unbefristete Streiks bei der Bahn und anderen Verkehrsunternehmen aufgerufen Für längere und häufigere Arbeitskampfmaßnahmen müssen sich laut GDL 75 Prozent der Mitglieder dafür aussprechen. Wann das Ergebnis vorliegt, ist unklar. Weitere Warnstreiks schließt die GDL bis dahin nicht aus.

Die Bahn bezeichnete die Ankündigung zur Urabstimmung am Wochenende als "befremdlich und völlig irrational". Die Verhandlungen seien bisher nicht einmal gescheitert, sagte ein Sprecher. Die Deutsche Bahn wolle trotzdem weiterverhandeln, hieß es. Knackpunkt ist die Forderung nach einer Absenkung der Arbeitszeit von 38 auf 35 Wochenstunden für Schichtarbeiter bei vollem Lohn.

In der vergangenen Woche hatten von Mittwochabend bis Donnerstagabend bereits weite Teile des Fern-, Regional- und Güterverkehrs wegen eines Warnstreiks stillgestanden.

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