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G-7-Gipfel:Zu Gast bei den Royals

G7-Gipfel in Carbis Bay

Ein Plausch mit der Queen? Das ist auch für eine deutsche Bundeskanzlerin oder einen französischen Präsidenten eine seltene Angelegenheit.

(Foto: Karwai Tang/dpa)

Seit jeher spielt die königliche Familie bei Gipfeln in Großbritannien eine tragende Rolle. Das ist beim Treffen der G 7 nicht anders. Dafür nimmt die Queen auch mal ein für sie ungewöhnliches Verkehrsmittel.

Von Alexander Mühlauer, Falmouth

Es kommt nicht so oft vor, aber am Freitag nahm die Queen den Zug. Königin Elizabeth II. reiste im "Royal Train" in Richtung Cornwall, um dort die Staats- und Regierungschefs der G 7 zu treffen. Ihre Majestät nahm am Freitagabend an einem Empfang im Eden Project teil, einem botanischen Garten, der in keinem Cornwall-Reiseführer fehlt.

Die Queen kam nicht allein. Auch Prinz Charles und dessen Frau Camilla gaben sich die Ehre, ebenso Prinz William und seine Frau Kate. Es war eine Demonstration von Softpower, die es so nur im Vereinigte Königreich gibt. Seit jeher spielt die Royal Family bei Staatsbesuchen und Gipfeln in Großbritannien eine tragende Rolle. Beim Treffen der G 7 sollte es nicht anders sein.

Die Queen war offensichtlich gut gelaunt und ließ ihren durchaus feinsinnigen Humor aufblitzen. Beim Fototermin im Kreis der G 7 fragte sie den britischen Premierminister Boris Johnson, der links neben ihr saß: "Sollen Sie so schauen, als ob Sie sich amüsieren würden?"

Prinz Charles wiederum nutzte den Empfang am Freitagabend, um für eines seiner Herzensanliegen zu werben: den Klimaschutz. Der Kampf gegen die Corona-Krise biete ein deutliches Beispiel, wie erfolgreich die Welt sei, wenn sie gemeinsam handele, politischen Willen und unternehmerischen Einfallsreichtum vereine, sagte der britische Thronfolger bei einer kurzen Ansprache. Und fügte hinzu: Eine solche Zusammenarbeit sei auch gegen die Klimakrise nötig.

Am G-7-Dinner selbst werde die königliche Familie nicht teilnehmen, hieß es aus dem Palast. Die Staats- und Regierungschefs bekamen am Freitagabend als Hauptgericht Steinbutt serviert, gefangen von einem Fischer aus der Grafschaft Cornwall. Die meisten der leaders hatten ihre Partner dabei, so etwa auch Bundeskanzlerin Angela Merkel, die mit ihrem Mann Joachim Sauer nach Cornwall geflogen war.

Churchill und die "special relationship"

Aus dem Kreis der G 7 wird allerdings nur einer die Queen noch einmal an diesem Wochenende treffen: Joe Biden. Laut Buckingham Palace ist er bereits der 13. US-Präsident, den Königin Elizabeth II. während ihrer Regentschaft persönlich kennenlernt. Joe Biden und seine Frau Jill werden am Sonntag auf Schloss Windsor erwartet. Dort nimmt sich die Queen Zeit für eine gemeinsame Tea Time.

Die Zusammenkunft ist ein Symbol für das, was Winston Churchill einst als "special relationship" zwischen den USA und dem Vereinigten Königreich bezeichnet hatte. Der aktuelle britische Premierminister Boris Johnson spricht zwar lieber von einer "unzerstörbaren Beziehung", aber das ändert nichts daran, dass Treffen mit der Queen für die Mächtigsten der Welt etwas ganz Besonderes sind.

© SZ/jael
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