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Frauenquote:Merkel entschuldigt sich für Kauders Ausfall

Konferenz 'Frauen in Führungspositionen'

Angela Merkel und Manuela Schwesig bei einer Konferenz zum Thema "Frauen in Führungspositionen" im Bundeskanzleramt in Berlin.

(Foto: Michael Kappeler/dpa)
  • Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat sich bei Familienministerin Manuela Schwesig (SPD) für das Verhalten von Unionsfraktionschef Volker Kauder entschuldigt.
  • Kauder hatte gefordert, Schwesig solle beim Thema Frauenquote nicht so "weinerlich" sein.
  • Die Frauenquote sei "für die Wirtschaft eine Bereicherung und keine Belastung oder Gefahr", sagt Elisabeth Motschmann, Mitglied im CDU-Bundesvorstand.
  • Manuela Schwesig bezeichnet die Diskussion über Kauders Vorwurf als "abgehakt".

"Das geht so nicht."

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat sich bei Familienministerin Schwesig (SPD) für das Verhalten von Unionsfraktionschef Volker Kauder (CDU) entschuldigt. Das meldet der Spiegel.

"Das tut mir wirklich leid", habe Merkel der Familienministerin gesagt, berichtete das Nachrichtenmagazin am Sonntag. Kauder hatte Schwesig vorgeworfen, sie solle in der Debatte um das Thema Frauenquote "nicht so weinerlich" sein. "Das geht so nicht", sagte Merkel dazu laut Spiegel der SPD-Politikerin. Sie selbst habe man früher "Zonenwachtel" genannt.

Union fürchtet um ihr Image bei Wählerinnen

Nach heftigen Debatten zwischen den Regierungspartnern hatte sich die Koalition vergangene Woche schließlich darauf geeinigt, dass ab 2016 für die Aufsichtsräte von Großunternehmen eine gesetzliche Frauenquote von 30 Prozent gelten soll.

Unionspolitiker fürchten nun um das Image ihrer Partei bei Wählerinnen. Die Vorsitzende der Gruppe der Frauen in der Unionsfraktion, Karin Maag (CDU), mahnte im Spiegel angesichts des Streits um die Frauenquote: "Wir müssen aufpassen, dass wir gesellschaftliche Weichenstellungen nicht verschlafen."

"Frauenquote für die Wirtschaft eine Bereicherung"

Das bedeute auch, "dass wir Frauen- und Familienthemen nicht gegen Wirtschaftsthemen ausspielen können". CDU-Vorstandsmitglied Elisabeth Motschmann sagte, sie würde sich wünschen, "dass wir offensiv vertreten, dass die Frauenquote für die Wirtschaft eine Bereicherung ist und keine Belastung oder gar Gefahr".

Für Schwesig ist die Diskussion "abgehakt"

Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig betrachtet die Diskussion über Volker Kauders Vorwurf als erledigt. "Für mich ist die Sache abgehakt. Wir haben wichtigere Dinge zu tun - und denen werden wir uns jetzt zuwenden", sagte sie der Bild-Zeitung.

© SZ.de/khil/fran
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