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Trauerfeier für George Floyd:"Nehmt eure Knie von unseren Hälsen"

Minneapolis trauert um George Floyd. Auch Prominente nehmen an der ersten öffentlichen Trauerfeier teil, um ein Zeichen gegen Rassismus zu setzen.

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Reverend Al Sharpton speaks during a memorial service for George Floyd following his death in Minneapolis police custody, in Minneapolis

Quelle: REUTERS

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In Minneapolis nehmen Familienangehörige, Bürgerrechtler, Politiker und Hollywood-Stars am Donnerstag in einer ersten von drei Trauerfeiern Abschied von George Floyd. Er "sollte nicht unter den Verstorbenen sein", sagt der Bürgerrechtler Al Sharpton (am Rednerpult). "Er ist nicht an normalen gesundheitlichen Problemen gestorben. Er starb an einem alltäglichen Versagen der amerikanischen Strafjustiz." Floyds Geschichte sei die "die Geschichte schwarzer Leute", so der baptistische Pfarrer. "Denn immer seit 401 Jahren ist der Grund, warum wir nie sein konnten, wer wir sein wollten und träumten zu sein, dass ihr eure Knie auf unseren Hals drücktet. Es ist an der Zeit, in Georges Namen aufzustehen und zu sagen: 'Nehmt eure Knie von unseren Hälsen.'"

Memorial service for George Floyd, whose death at the hands of police sparked mass protests

Quelle: AFP

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Die Trauergemeinde in der North Central University betet und singt unter anderem "Amazing Grace" für den Afroamerikaner Floyd, der am 25. Mai mit Handschellen gefesselt am Boden lag, während ihm ein Polizist acht Minuten und 46 Sekunden das Knie auf den Hals drückte.

A woman holds a t-shirt that reads 'We Can't Breathe' outside the memorial service for George Floyd following his death in Minneapolis police custody, in Minneapolis

Quelle: REUTERS

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Floyds letzte Worte waren "I can't breathe" ("Ich kann nicht atmen"). Auf T-Shirts, Plakaten und auch auf den Atemschutzmasken etlicher Trauergäste, die in Minneapolis draußen vor dem Gebäude warteten, stehen diese Worte. Bei vielen Protestkundgebungen in den USA sind sie in den vergangenen Tagen zum Inbegriff für Polizeigewalt und Diskriminierung geworden sind.

Actor Kevin Hart and musician Ludacris attend a memorial service for George Floyd following his death in Minneapolis police custody, in Minneapolis

Quelle: REUTERS

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An der Trauerzeremonie nehmen auch Prominente teil: Schauspieler Kevin Hart und Rapper Ludacris wohnen der Feier bei, um ein Zeichen gegen Rassismus zu setzen.

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Quelle: AP

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Floyd sei ein Opfer der "Pandemie des Rassismus" in den USA. Er sei nicht an der neuen Gefahr des Coronavirus gestorben, sondern infolge der systematischen Diskriminierung Schwarzer, "mit der wir in Amerika allzu vertraut sind", sagt Benjamin Crump, der Anwalt der Familie, in seiner Rede vor der Trauergemeinde.

Nach dem Tod von George Floyd - Minneapolis

Quelle: dpa

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Floyds Bruder Philonise (hier zusammen mit seiner Cousine Shareeduh Tate) erklärt, es sei bewegend, wie viele Leben George inzwischen berührt habe. "Alle wollen Gerechtigkeit für George, wir wollen Gerechtigkeit für George, er wird sie bekommen", sagt er. "Ich habe meinen Bruder geliebt." Zum Abschluss der Trauerfeier schweigt die Gemeinde für fast neun Minuten stehend - so lange, wie der Polizist sein Knie in Floyds Nacken gedrückt hatte.

Nach dem Tod von George Floyd - Minneapolis

Quelle: dpa

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Nach der Trauerfeier wird Floyds goldener Sarg nach Raeford in North Carolina, seinem Geburtsort, überführt. Dort wird er für zwei Stunden öffentlich aufgebahrt, am Samstag folgt dann ein Trauergottesdienst im Familienkreis. Schließlich wird er am Montag in Houston aufgebahrt, wo er den größten Teil seines Lebens verbrachte. Am Dienstag findet dort ein Trauergottesdienst in der Kirche "The Fountain of Praise" mit 500 Teilnehmern statt. Trauerredner werden Sharpton, Anwalt Crump und der Pfarrer der Familie, Remus Wright, sein. Möglicherweise wird auch der künftige Präsidentschaftskandidat der Demokraten, Joe Biden, und andere berühmte Persönlichkeiten sein. Anschließend erfolgt die Beisetzung im Kreis der Familie.

Nach dem Tod von George Floyd - New York

Quelle: dpa

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Unterdessen gehen vielerorts in den USA - aber auch weltweit - die Proteste weiter. In New York versammeln sich zahlreiche Menschen ebenfalls zu einer Gedenkfeier für George Floyd im Cadman Plaza Park im Stadtteil Brooklyn.

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Quelle: AP

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Auch vor dem Weißen Haus halten Demonstranten Plakate in die Höhe. Angesichts dieser zahlreichen Proteste ist Bürgerrechtler Sharpton zuversichtlich. Demonstrationen auch in Deutschland, Großbritannien und anderswo hätten ihm gezeigt, dass die Zeit für Veränderung gekommen sei, sagte er bei der Trauerfeier. Es sei bemerkenswert, dass es bei manchen Protesten unter den Teilnehmern "mehr junge Weiße als Schwarze" gegeben habe.

© SZ/dpa/AP/rtr/aner/bix
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