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Finanzkrise:Obama drängt Griechenland zu Umsetzung der Reformen

Obama macht Druck auf die Griechen: In einem Telefonat mit dem griechischen Regierungschef Samaras mahnt der US-Präsident die Umsetzung der notwendigen Reformen an. Kurz vor dem EU-Gipfel sieht sich Athen mit neuen Schwierigkeiten konfrontiert.

US-Präsident Barack Obama hat Griechenlands neuen Regierungschef Antonis Samaras zur Umsetzung der notwendigen Reformen aufgefordert. In dem gestrigen Telefonat sagte Obama laut griechischen Regierungskreisen zudem, Griechenland müsse daran arbeiten, in der Euro-Zone zu bleiben. Die USA wollten Athen dabei helfen.

US-Präsident Obama

US-Präsident Obama ermahnt die Griechen und fordert europäische Zusammenarbeit.

(Foto: AP)

Das Weiße Haus teilte mit, Obama habe Samaras aufgefordert, eng mit der Troika aus Europäischer Union, Internationalem Währungsfonds und Europäischer Zentralbank zusammenzuarbeiten. Der US-Präsident habe Samaras außerdem zu dessen Wahlsieg gratuliert und ihm nach einer Augenoperation eine rasche Genesung gewünscht. Samaras war erst kurz vor dem Gespräch aus dem Krankenhaus entlassen worden. Am Samstag hatte er sich nach Berichten des griechischen Fernsehens wegen einer Netzhautablösung operieren lassen müssen.

Griechenland hatte am Samstag eine Liste mit Änderungswünschen am Sparprogramm vorgelegt, das dem Land von seinen Geldgebern auferlegt wurde. Unter anderem sollen Steuererhöhungen zurückgenommen und gekürzte Leistungen an Geringverdiener wieder eingeführt werden.

Ernennung eines neuen Finanzministers noch offen

Unterdessen sieht sich die griechische Regierung mit neuen Problemen konfrontiert. Nach der Erkrankung von Ministerpräsident Samaras und der Verschiebung eines geplanten Besuchs der Troika-Experten aus EU-Kommission, Europäischer Zentralbank und Internationalem Währungsfonds in Athen, wird der designierte Finanzminister Vassilis Rapanos wegen gesundheitlicher Probleme sein Amt nicht antreten. Wann ein neuer Finanzminister benannt werden soll, war zunächst unklar.

Ministerpräsident Samaras konnte zwar das Krankenhaus wieder verlassen, statt ihm wird aber Staatspräsident Karolos Papoulias zum EU-Gipfel reisen. Die Verschiebung der Troika-Reise und der unbesetzte Finanzminister-Posten dämpfte auch die Erwartungen an den EU-Gipfel am kommenden Donnerstag und Freitag: Mit größeren Entscheidungen zu Griechenland wird dort nicht gerechnet.

Der deutsche Regierungssprecher Steffen Seibert machte deutlich, dass erst der Bericht der Troika vorliegen müsse. Erst dann könne über möglicherweise nötige Änderungen gesprochen werden, sagte Seibert.

© Süddeutsche.de/dapd/AFP/dpa/sebi/leja
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