bedeckt München 11°
vgwortpixel

Vor EU-Gipfel:Griechischer Finanzminister tritt Amt nicht an

Gerade erst hat sich im krisengebeutelten Griechenland eine neue Regierung gefunden - und schon geht das erste Mitglied wieder von Bord. Der designierte griechische Finanzminister Vassilis Rapanos wird sein Amt nicht antreten. Rapanos hatte am Freitag einen Kreislaufkollaps erlitten.

Der designierte griechische Finanzminister Vassilis Rapanos wird sein Amt nicht antreten. Dies teilte das Büro des griechischen Ministerpräsdenten Antonis Samaras am Montag mit. Rapanos hatte am Freitag einen Kreislaufkollaps erlitten und wurde seitdem in einem Krankenhaus behandelt. Der frühere Bankier klagte über Übelkeit, Magenbeschwerden und Schwindelgefühle. Griechischen Medienberichten zufolge hat Rapanos eine lange Krankengeschichte. Auf ihn als Chef des Schlüsselressorts zur Lösung der schweren Schuldenkrise des südosteuropäischen Euro-Landes hatten sich viele Hoffnungen gerichtet.

Auch Samaras selbst wird nicht zum EU-Gipfel am Donnerstag und Freitag reisen. Der 61-Jährige ist nach einer Augenoperation inzwischen aus dem Krankenhaus entlassen worden, soll sich auf Wunsch seiner Ärzte aber noch mindestens eine Woche erholen. In Brüssel wird Griechenland daher von Außenminister Dimitris Avramopoulos vertreten. Er wird von Interims-Finanzminister Giorgos Zannias begleitet, der zuletzt eng in die Verhandlungen mit der Troika involviert war.

Die Troika aus Europäischer Union, Europäischer Zentralbank (EZB) und Internationalem Währungsfonds (IWF) hatte zuvor einen für Montag geplanten Besuch im hochverschuldeten Griechenland verschoben. Ein neuer Termin für den Beginn des Kontrollbesuchs stehe noch nicht fest und solle in einigen Tagen vereinbart werden, hieß es am Sonntag aus griechischen Regierungskreisen. Ein Grund für den Aufschub wurde nicht bekannt.

© Süddeutsche.de/dpa/rtr/beitz
Zur SZ-Startseite