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FDP spottet:Lindner: CSU wie Islam - muss auch integriert werden

Besonderer Beitrag zur Islam-Debatte von FDP-Geralsekretär Lindner: Er witzelt über die CSU und verwendet Innenminister Friedrichs Argumentation - die Replik aus München kommt prompt.

Eine neue Variante zur Islam-Debatte hat FDP-Generalsekretär Christian Lindner geliefert. "Die CSU war auch nicht prägende Kraft der deutsche Geschichte ... trotzdem ist sie heute eine gesellschaftliche Realität, mit der wir umgehen müssen ... wir müssen heute auch die CSU integrieren", verglich Lindner die Rolle des Islam in Deutschland mit der bayerischen Partei.

FDP Spott auf Kosten des Koalitionspartners CSU: Freidemokrat Lindner

Spott auf Kosten des Koalitionspartners CSU: Freidemokrat Lindner

(Foto: dpa)

Zwischen ernst und humorvoll äußerte er sich zur deutschen Werte-Debatte: "Die bayerische Leitkultur ist geprägt worden, als Bayern noch Monarchie war. Da gab es keine CSU ... So ähnlich ist es mit dem Islam. Er hat zwar unsere Leitkultur nicht geprägt, aber wir müssen ihn integrieren."

Lindner bezog seine Bemerkungen auf den neuen Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU). Dieser hatte zum Amtsantritt auf Fragen gesagt, es sei historisch nicht belegt, dass der Islam zu Deutschland gehöre. Friedrich grenzte sich damit von Bundespräsident Christian Wulff ab, der den Islam inzwischen als einen Bestandteil Deutschlands sieht.

Die Replik von CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt folgte auf dem Fuß: "Ich glaube, der Kollege Lindner hatte eine rote Pappnase auf, als er das gesagt hat", so Dobrindt in Anspielung auf die Faschings- und Karnevalszeit.

Es gab weitere Wortmeldungen zur Islam-Debatte: Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier etwa bezeichnete die von Friedrich neu entfachte Debatte als "wenig klug". "Mit solchen Begriffen kann man nicht viel anfangen", sagte Bouffier, der auch stellvertretender CDU-Bundesvorsitzender ist.

"Man muss genau formulieren, deshalb will ich es so formulieren: Der Islam gehört natürlich nicht zur deutschen Tradition, das kann ernsthaft kein Mensch bestreiten. Aber der Islam wird zunehmend die soziale Realität in unserem Land mit prägen", sagte Bouffier.

Der Berliner CDU-Partei- und Fraktionschef Frank Henkel nahm derweil Innenminister Friedrich für seine Äußerungen in Schutz. "Unsere Gesellschaft ist ganz eindeutig durch ihre christlich-abendländische Tradition geprägt. Dieser Hintergrund kann historisch und kulturell nicht geleugnet werden, und deshalb verstehe ich die Kritik an Herrn Friedrich nicht" sagte Henkel der Berliner Morgenpost.

Muslime, die hier lebten und sich in die Gesellschaft einbrächten, seien selbstverständlich ein Teil Deutschlands. "Diese Zusammengehörigkeit hat der Bundesinnenminister jedoch gar nicht in Frage gestellt."

© dpa/odg

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