Ergebnisse des Trump-Putin-Treffens "Gute Ansätze" und einige "Ideen"

"Ein sehr qualifizierter Mensch": Wladimir Putin war nach dem Treffen mit Donald Trump in Helsinki voll des Lobes für seinen Gesprächspartner.

(Foto: Brendan Smialowski/AFP)
  • Bei ihrem Treffen in Helsinki haben Trump und Putin über so ziemlich alles gesprochen, was beide Länder beschäftigt: Syrien, Nordkorea, Nuklearwaffen, Terrorismus und das Atomabkommen mit Iran.
  • Doch ob die beiden Präsidenten beim Treffen dabei etwas konkret vereinbart haben, das bleibt auch am Tag nach dem Treffen im Dunkeln.
  • Nur zu Syrien reißt Putin kurz so etwas wie einen Plan an.
Von Julian Hans, Moskau

In den zwei Stunden, in denen die Präsidenten ganz unter sich waren, muss Wladimir Putin einen anderen Donald Trump erlebt haben, einen Menschen, wie ihn wenige kennen. Keine Wutanfälle wie Tage zuvor beim Frühstück mit dem Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg, keine beleidigten Erpressungsversuche wie beim G-7-Gipfel in Kanada.

"Ein sehr qualifizierter Mensch" sei der Amerikaner, lobte Putin im Interview mit dem russischen Staatsfernsehen am Montagabend. "Er ist gut vorbereitet, er hört zu, er lässt Argumente gelten. In einigen Fragen beharrt er auch auf seinem Standpunkt. Er ist ein interessanter Gesprächspartner." Zu Hause in Russland lassen sie ihren Präsidenten hochleben.

Ob Trump und Putin aber überhaupt etwas konkret vereinbart haben, das bleibt auch am Tag nach dem Treffen im Dunkeln. Einigkeit, so viel ist klar, herrscht darüber, dass man sich in Zukunft besser vertragen möchte; und dass ein Neustart am besten klappt, wenn man die Vergangenheit hinter sich lässt.

Trumps dreifacher Verrat

Der US-Präsident hat bei seinem Treffen mit Putin Amerikas Demokratie, die Sicherheitskräfte des Landes und den Westen gedemütigt. Das ist bitter. Noch bitterer ist nur das Schweigen in Washington. Kommentar von Hubert Wetzel, Washington mehr ...

Krim-Annexion und Ukrainekrieg, Nowitschok in England und Giftgas in Syrien, diesen Ballast möchte Putin abschütteln. Und Trump will vor allem, dass diese "Hexenjagd" zu Hause endlich aufhört, die Ermittlungen des Sonderermittlers Robert Mueller, der Russlands Einfluss auf die US-Präsidentschaftswahl untersucht.

So sind sie also im Spiegelsaal des finnischen Präsidentenpalastes angetreten, um einen dicken Schlusspunkt zu setzen und eine neue Ära zu verkünden - um des Friedens willen. Denn das ist die Rechnung, die beide aufmachen: Entweder wir vergessen den Ärger, oder der Weltfrieden ist in Gefahr. Schließlich repräsentieren sie die größten Atommächte, und Kernwaffen sind "keine positive Macht, sie sind eine negative Macht", wie Trump erläutert.

Die Rollenverteilung ist klar: Trump ist derjenige, der in die Mangel genommen wird von den Journalisten aus der Heimat. Putin wirft sich dazwischen. Er verteidigt den "lieben Donald" und führt den Gegenangriff. Da wirkt er geschickter als der Amerikaner, da ist er in seinem Element.

Nur zu Syrien reißt Putin so etwas wie einen Plan an

Putin ist auch derjenige, der zuerst die Themen aufzählt, über die gesprochen wurde. Es ist so ziemlich alles dabei, was beide Länder beschäftigt: Syrien, Nordkorea, Nuklearwaffen, Terrorismus, das Atomabkommen mit Iran. Aber das meiste bleibt im Ungefähren; es gebe hier "gute Ansätze" und dort "Ideen". Als Trump an der Reihe ist, nennt er zuerst: die Fußballweltmeisterschaft in Russland. Sie sei "wirklich eine der besten" gewesen, die es je gegeben habe.

Nur zu Syrien reißt Putin kurz so etwas wie einen Plan an. Über das Schicksal von Baschar al-Assad geht es dabei nicht. Es geht um den Süden des Landes, auf den sich derzeit die Kämpfe konzentrieren. Dort müssten syrische und israelische Kräfte auseinandergehalten werden, sagt Putin. Israel fürchtet, dass sich der Krieg auf die Golanhöhen ausweitet, die formal syrisches Staatsgebiet sind, seit 1967 aber unter israelischer Kontrolle stehen.