USA:Musk würde Trump wieder twittern lassen

Lesezeit: 2 min

Elon Musk mit einem Smartphone

Klappt Musks Deal mit Twitter, könnte der ehemalige US-Präsident Trump wohl tatsächlich auf die Plattform zurückkommen.

(Foto: Joe Skipper/REUTERS)

Noch ist nicht klar, ob der Tesla-Gründer den Kurznachrichtendienst wirklich kaufen kann. Musk nennt den Ausschluss des Ex-US-Präsidenten jedoch einen "Fehler" sowie "moralisch falsch und einfach nur dumm".

Der ehemalige US-Präsident Donald Trump kann sich Hoffnungen machen, rechtzeitig zum Rennen ums Weiße Haus 2024 zu Twitter zurückkehren zu können. Tech-Milliardär Elon Musk, der gerade dabei ist, das soziale Netzwerk zu übernehmen, würde Trump wieder auf die Plattform lassen. Die Entscheidung, den früheren Präsidenten zu verbannen, sei "moralisch falsch und einfach nur dumm" gewesen, sagte Musk in einem Videointerview bei einer Veranstaltung der Financial Times. Bislang hatte Musk vermieden zu sagen, wie er im Falle einer Übernahme mit Trump umgehen würde.

Trump wurde bei Twitter verbannt, nachdem er Sympathie für seine Anhänger bekundet hatte, die am 6. Januar 2021 das Kapitol in Washington stürmten. In den Wochen davor hatte Trump die Stimmung mit grundlosen Behauptungen angeheizt, ihm sei ein Wahlsieg gegen Joe Biden durch Betrug gestohlen worden. Auch bei Facebook ist er gesperrt.

Trump sagte vor Kurzem zwar bereits, er wolle nicht zu Twitter zurück, auch wenn er es dürfte. Die Präsenz auf der Plattform, wo er einst mehr als 80 Millionen Follower hatte, könnte aber für eine mögliche Kandidatur bei der Präsidentschaftswahl 2024 wichtig sein. Trump nutzte Twitter sehr aktiv, um seine Anhänger zu mobilisieren und Stimmung zu machen. Er versucht, eine eigene Social-Media-Plattform aufzubauen, die jedoch mit Anlaufproblemen kämpft.

Musk sagte, Trumps Verbannung bei Twitter sei ein "Fehler" gewesen, weil ein großer Teil der US-Bevölkerung damit nicht einverstanden gewesen sei. Und es habe auch nicht dazu geführt, dass der Ex-Präsident sich nicht mehr Gehör verschaffen konnte. Musk sieht die Meinungsfreiheit bei Twitter eingeschränkt, weil zu viele Personen gesperrt beziehungsweise Einträge gelöscht würden. Kritiker befürchten, dass bei einer Lockerung wieder stärker Hetze und Falschinformationen auf dem Netzwerk kursieren werden.

Der New York Times zufolge sagte Musk, dass einzelne Posts auf Twitter ausgeblendet werden könnten und dass Einzelpersonen immer noch vorübergehend suspendiert werden könnten, "wenn sie etwas sagen, das illegal oder auf andere Weise schädlich für die Welt ist". Das dauerhafte Aussperren von Personen jedoch untergrabe grundlegend das Vertrauen in Twitter "als Marktplatz, auf dem jeder seine Meinung sagen kann".

Bis klar wird, ob Musk Twitter tatsächlich übernehmen kann, wird noch einige Zeit vergehen. Der Chef des Elektroauto-Herstellers Tesla einigte sich mit dem Twitter-Verwaltungsrat auf einen etwa 44 Milliarden Dollar schweren Deal, ist aber noch darauf angewiesen, dass ihm genug Aktionäre ihre Anteile abtreten wollen. Twitter und Musk wollen die Übernahme bis Jahresende abschließen.

Zur SZ-Startseite

SZ PlusTwitter
:Fünf Baustellen für Elon Musk

Von Zensur und Rassismus über ein schwaches Geschäftsmodell bis zu Zinsen von einer halben Milliarde Dollar jährlich: Nach der Übernahme von Twitter wird Elon Musk ein besonderes Unternehmen mit besonderen Problemen besitzen.

Lesen Sie mehr zum Thema

Süddeutsche Zeitung
  • Twitter-Seite der SZ
  • Facebook-Seite der SZ
  • Instagram-Seite der SZ
  • Mediadaten
  • Newsletter
  • Eilmeldungen
  • RSS
  • Apps
  • Jobs
  • Datenschutz
  • Kontakt und Impressum
  • AGB