Dschihadisten:Fall weckt Erinnerungen an Verbrechen aus dem Jahr 2012

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In Frankreich weckt der Fall böse Erinnerungen an den "Toulouse-Attentäter". Im März 2012 erschoss Mohammed Merah in der südfranzösischen Stadt und dem benachbarten Montauban sieben Menschen, unter anderem vor einer jüdischen Schule. Der Werdegang der beiden Franzosen ähnelt sich. Beide waren der Polizei als Kriminelle bekannt, galten ansonsten aber offenbar als harmlos. Merah war vor seinen Attentaten zweimal in Pakistan und Afghanistan.

"Unsere Demokratien scheinen schwach, wenn es darum geht, dieser Plage (der Bedrohung des Dschihadismus in Europa, Anm. d. Red.) ein Ende zu bereiten," heißt es im konservativen Figaro. Auch die linksliberale Tageszeitung Libération sieht die aus Syrien zurückkehrenden Dschihadisten als Bedrohung für die europäischen Staaten: Zahlreiche Franzosen, Briten oder Belgier hätten sich den Islamisten angeschlossen.

Deutsche Kämpfer in Syrien

Auch aus Deutschland sind in den vergangenen Jahren immer wieder mutmaßliche Islamisten in den Nahen Osten ausgereist und sollen dort zu Terroristen ausgebildet worden sein. Seit Beginn des Bürgerkriegs in Syrien vor drei Jahren sollen 320 deutsche Dschihadisten in das Krisengebiet ausgereist sein, schätzt der Verfassungsschutz.

Ende 2013 starb der frühere Fußball-Jugendnationalspieler und Islamist Burak Karan in Syrien, er soll sich im türkisch-syrischen Grenzgebiet dem Dschihad angeschlossen haben. Die drei Mitglieder der terroristischen "Sauerland-Gruppe" sagten nach ihrer Festnahme durch die Polizei in Oberschledorn 2007 aus, in Terrorcamps der Islamischen Dschihad-Union (IJU) in Pakistan gewesen worden zu sein, um Anschläge in Europa ausführen zu können.

Auch die Mitglieder der "Lohberger Gruppe", benannt nach einem Stadtteil der nordrhein-westfälischen Stadt Dinslaken, reisten im Jahr 2013 nach Syrien. Wenig später waren die Islamisten in einem Propaganda-Video zu sehen - darin posierte der ehemalige Paketbote Mustafa K. mit dem Kopf eines Enthaupteten.

Anders als in Frankreich konnten in Deutschland bislang fast alle islamistischen Terroranschläge von den Sicherheitsbehörden vereitelt werden. Im März 2011 kam es am Frankfurter Flughafen zum bislang einzigen tödlichen Anschlag von Dschihadisten auf deutschem Boden: Der 21-jährige Arid U. tötete zwei amerikanische Soldaten. Der Islamist, der sich "Abu Reyyan" nennt, wurde im Februar 2012 vom Oberlandesgericht Frankfurt zu lebenslanger Haft verurteilt.

In Frankreich stellt man sich nun angesichts der Festnahme von Mehdi Nemmouche die Frage, wie man verhindern kann, dass junge Muslime zu Dschihadisten werden. Innenminister Cazeneuve kündigte an, verstärkt Imame in Gefängnissen einzusetzen. Ende des Monats wolle er dem Kabinett entsprechende Vorschläge unterbreiten, sagte er dem Sender Europe 1.

Präsident François Hollande beschränkte sich bislang darauf, Entschlossenheit zur Schau zu stellen. "Wir werden diese Dschihadisten beobachten und sicherstellen, dass sie keinen Schaden anrichten, wenn sie zurückkehren", sagte er. "Wir werden sie bekämpfen, bekämpfen und wieder bekämpfen."

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