Despotendämmerung – Der religiöse Tyrann

Ayatollah Ali Chamenei ist der geistliche Führer und "Oberster Rechtsgelehrter" in Iran und damit - statt Präsident Mahmut Achmadinedschad - der eigentlich Herrscher im Mullah-Staat. In der Theokratie können die Bürger zwar wählen, allerdings behält sich die erzkonservative Führungsriege vor, unliebsame Kandidaten von der Wahl auszuschließen. Die Repression ist teilweise immens, die Zahl der Hinrichtungen soll laut Amnesty International weit über 300 liegen, teilweise erfolgen sie durch Steinigung. In Chameneis Staat ist es normal, dass Regierungskritiker, Frauenrechtlerinnen, couragierte Rechtsanwälte, aufmüpfige Journalisten und alle anderen, die dem Regime gefährlich werden können, eingesperrt und gefoltert werden. Manche verschwinden einfach spurlos.

Revolutionsführer Chamenei goutiert auch die Entwicklung des Atomprogramms, das offenbar zur Nuklearbewaffnung Irans führen soll. Ob der greise Geistliche noch lange die Strippen in Teheran zieht, ist unklar: Der religiöse Tyrann soll seit langem schwer krank sein.

Bild: AFP 4. März 2011, 13:472011-03-04 13:47:00 © sueddeutsche.de/isch/luk