bedeckt München 23°

Demonstrationen - Datteln:Umweltschützer protestieren gegen Kraftwerk Datteln 4

Datteln
Ein Umweltschützer von Greenpeace fliegt um das umstrittene Steinkohlekraftwerk Datteln 4. Foto: Bernd Thissen/dpa (Foto: dpa)

Datteln (dpa/lnw) - Mit schwimmenden Transparenten und Kanus haben Umweltschützer parallel zur Hauptversammlung des Energiekonzerns Uniper gegen das umstrittene Steinkohlekraftwerk Datteln 4 demonstriert. Schwimmer hielten im angrenzenden Kanal ein Transparent mit der Aufschrift "Shut It Down - #StopDatteln4" über Wasser. Um den Kühlturm des Kraftwerks kreiste ein motorisierter Gleitschirmsegler mit einen Transparent, auf dem das Aus für die Anlage gefordert wurde.

An der Aktion beteiligten sich Aktivisten von Greenpeace, "Ende Gelände", "Fridays for Future" und weiteren Organisationen - teilweise von Kanus auf dem Wasser aus. Proteste gab es auch vor der Uniper-Zentrale in Düsseldorf.

Anlass für die Demonstrationen war die Hauptversammlung von Uniper, die der Energiekonzern wegen der Corona-Beschränkungen online durchführte. Vorstandschef Andreas Schierenbeck sagte dabei, Uniper werde nach der Inbetriebnahme von Datteln 4 seine anderen Kohlekraftwerke in Deutschland bis spätestens Ende 2025 stilllegen. Dadurch werde Uniper "insgesamt eine positive Umweltbilanz" für seinen Kraftwerkspark haben.

"Dass im Jahr 2020 in Deutschland noch ein Kohlekraftwerk ans Netz geht, ist an Absurdität kaum zu überbieten", sagte Klimaaktivistin Luisa Neubauer, die über Instagram Einblicke in die Demo in Datteln gab. "Datteln 4 ist die Manifestation einer Verantwortungslosigkeit."

Das Steinkohlekraftwerk im nördlichen Ruhrgebiet ist zum Symbol der Auseinandersetzung um die Energiepolitik der Bundesregierung geworden. Es soll im Sommer endgültig ans Netz gehen. Seit einigen Monaten läuft das Kraftwerk im Probetrieb. Im April war es das Steinkohlekraftwerk mit der höchsten Stromerzeugung in Deutschland.

Lesen Sie mehr zum Thema

Zur SZ-Startseite